Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391338
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Allcn, die etwa für die Zukunft die Absicht hätten, ein ähnliches 
Fest zu unternehmen, jede Hoffnung zu benehmen, Rom Seine? 
herrlichsten Malereien berauben wollen, und zwar ganz beson- 
ders der berühmtesten Bilder der Königin von Schweden, welche 
allein und ohne alle andere Gesellschaft hinreichend waren, um 
die Hölle selbst in Schrecken zu setzen. 
Die ursprüngliche Absicht dieser Herren war, kein Werk 
von lebenden Malern vorzubringen, ein Entschluss, der meinen 
Wunsch, an dem Wettkampf Theil haben zu können, nur noch 
steigerte und so habe ich denn mit nicht gewöhnlicher Mühe 
allein von allen Lebenden es erreicht, mich mit so grossen Tod- 
ten messen zu dürfen. Ich schwöre es Euch zu, mein Freund! 
dass ich mich niemals einer grösseren Aufgabe unterzogen habe; 
aber da sich mir nun und nimmermehr eine schönere Gelegen- 
heit darbieten würde, habe ich, um diese nicht aufzugeben, dies- 
mal Alles darangesetzt, um mich in der Geltung meines Buhmes 
zu befestigen. 
Ich stelle mir vor, dass Ihr Euch darüber freuen werdet, 
dass ich so vielen Herren der Malerkunst die Stirne zu zeigen 
gewusst habe. Da ich aber weiss, dass lhr immer zu wissen 
wünscht, welches die Gegenstände meiner Bilder gewesen seien, 
so höret! Das eine war die Geschichte des Saul, wie er es von 
der Hexe erlangte, mit der Seele SamuePs zu sprechen; ein Bild 
von zwölf Palmen Höhe und neun Palmen Breite. Das andere, 
neun Palmen hoch und fünf Palmen breit, stellt den heil. Georg 
vor, wie er über den erlegten Drachen triumphirt. Und dies, 
mein Freund, ist es, was ich Euch zur Entschuldigung zu sagen 
habe, dass ich Euch so lange Zeit nicht mit meinen Briefen 
zufriedenstellen konnte. 
Uebrigens missfallen mir Eure Arbeiten bis in die tiefste 
Seele, und ich werde nie aufhören, mit Euch darüber zu strei- 
ten; wenn je etwa Geldmangel daran Antheil haben sollte, so 
wisst Ihr ja, dass meine Börse immer voll für Euch ist, ohne 
dass Ihr Euch einmal dafür zu bedanken braucht. Es tllut mir 
leid, ZU hören, dass Gesti in Begriff steht, nach Venedig Über-
        

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