Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391317
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bei meinem Viertel wohnt. Er war eben dabei, eine Landschaft 
zu beendigen, und ich habe ihm dabei, wie auch dieser Tage bei 
einem anderen Bilde, in vielen Dingen geholfen. Ich erinnere 
ihn immer daran, in Allem, was ihm etwa Noth thäte, meine 
Hülfe in Anspruch zu nehmen, indem Ihr nnir es so aufgetragen 
habt. Seine Art und Weise missfällt mir nicht, sein Beruf zur 
Kunst ist sicher, so jedoch, dass er sieh jedesmal eifrig Mühe 
giebt, und sich nie selbst zufriedenstellt. Er grüsst Euch 
freundlich und sagt, dass er keine Briefe von Euch bekäme, 
wie auch ich dasselbe sagen kann. In einer der letztvergan- 
genen Wochen war der Signor Cavaliere Fabbroni bei mir, in 
der Absicht, hierher zu ziehen, nachher aber hat er seine 
Ansieht geändert, und spielt als Pasquella in einigen Lust- 
spielen, die im Hause des Herrn Konnetable (Colonna) von 
Kavalieren aus dem Stegreife gespielt werden. Wir haben 
immer von Euch gesprochen, und besonders von jenem nun 
schon lange Jahre entrückten göttlichen Tage an den Ufern des 
schönen Arno. 
Gebt mir doch Nachricht von Eurem Befinden  ich meine 
nicht von Eurem Glücke, denn das ist immer dasselbe; sagt mir 
auch, 0b Ihr kein Lustspiel schreibt, und wie sich Sigr. Cosimo 
befindet  wogegen die Signora Lucrezia in Gesellschaft Au- 
gusto's sich Euch empfehlen. Bei der neuen Jahreszeit bereitet 
Euch nur darauf vor, uns wiederzusehen, denn ich halte es nicht 
mehr aus, dies noch auf längere Zeit hinauszuschieben. Wenn 
Ihr Geld gebraucht, ich habe dessen immer genug für Euch 
und umarme Euch von Herzen. 
Der bei Bottari Raccolta II. 33 mitgetheilte Brief bedarf 
kaum einer Erläuterung. Der Konnetable Colonna war ein alter 
Gönner Salvat0r's,. dessen Haus einen der glänzendsten llflittel- 
punkte des römischen Lebens bildete. Einst liess Colonna. dCII 
Künstler um zwei Landschaften mit Figuren ersuchen, dle er 
bei ihm gesehen, und schickte ihm eine Anweisung auf den 
Monte di Pietä zu, mit der Bemerkung, er möge die verlangte 
Summe, für welche eine Lücke gelassen War, Selbst angeben-
        

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