Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391278
329 
einzige Figur von meiner Hand beschränkt hätte, so Würde ich 
immer noch geglaubt haben, es Wäre genug, um Euch zufrieden- 
zustellen und übergenug nicht blos Eurer lächerlichen Bam- 
bocciade zum Pendant zu dienen, sondern auch, so wahr Gott 
lebtl jedem anderen vollständigen Gemälde von der Hand eines 
ersten Malers! Ich gestehe Euch, dass ich die Sache nicht be- 
greifen, und weder Eure Kabalen verstehen, noch es mir erkla- 
ren kann, wie Ihr bei dieser Gelegenheit mehr in Anspruch 
nehmen könnt, als dass die Bilder von meiner Hand gemalt 
seien. Und wenn ich wirklich die Schuld gehabt hätte, die Ihr 
mir vorwerft, so würde ich mir diesen Auftrag von Euch nicht 
in dreien meiner Briefe erbeten haben, wie Ihr selbst sehr wohl 
wisst. Da mich nun aber mein Geschick einmal zwingt, auch 
gegen Euch  was ich niemals für möglich gehalten hatte  mich 
zu vertheidigen, so sage ich Euch, was ich selbst gehört habe 
und was Ihr auch finden werdet, dass ich nämlich schon seit 
langer Zeit im Arbeiten eine so aussergewöhnliche Mattigkeit 
fühle, dass ich, um den Geschmack an dem Malen nicht zu ver- 
lieren, nur leichte Gegenstände aussuche und solche, die ich 
nicht allzulange unter dem Pinsel haben darf und selten über- 
schreite ich- die angegebene Zahl von Figuren; und wenn Ihr 
dabei, mit dem Vorgehen, es nicht zu glauben, Eure gewohnten 
Auslegungen anwenden wollt, nachdem Ihr das Ganze meiner 
stolzen Missgunst zugeschrieben habt, so gestattet mir, Euch in 
etwas die gute Meinung zu schmälern, die ich immer von Eurer 
schönen Seele gehabt habe.  
Sieh Ricciardil wenn sich unser Streit auf wissenschaftliche 
Gegenstände beschränkte, so würde ich Dir gern nachgeben; 
aber da es sich darum handelt, mich des Undanks und einer zu 
grossen Abgemessenheit im Verkehr zu beschuldigen 1), so werde 
ich Dir stets die Zähne zeigen, wenn auch nicht um Dich zu 
beissen, so doch wenigstens um mich zu vertheidigen, und es wird 
mir sehr leicht sein, Dir das Gegentheil zu beweisen, indem ich 
corrispondenze. 
misurato nelle 
d'uomo 
grato e 
PÜGQ 
di 
'l'acciare
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.