Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391254
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schon ein Jahr her, dass sich kein Hund hat sehen lassen, um 
etwas zu bestellen und, wenn die Kriegsgeschichten noch zu- 
nehmen, dann werde ich meine Pinsel in den Garten ptliinlßll 
können. Und damit sind alle meine Geheimnisse in Bezug auf 
das Geldmachen verkündet und enthüllt.  Bei alle dem aber 
bitte ich Euch, die, die einmal daran glauben, in diesem Glauben 
zu erhalten. 
Ab und zu verkaufe ich einige Kupferstiche, mit welcher 
Handelswaare ich meiner Börse das Leben friste. Und auch zu 
diesem Handel kommt noch die neue Steuer, die man auf das 
Papier legen will. Unsere Reichthümer, Freund! müssen im 
Gernüthe und darin bestehen, dass man sich damit begnügt, zu 
kosten, wenn Andere das Glück mit vollen Zügen geniessen. 
Doch genug  wenn ich alle die Malereien verkaufte, in deren 
Besitz ich jetzt bin, dann wollte ich Krösus einen Lump heissen 
 aber dazu gehört Zeit! 
Die schlechte Wein-Erndte thut mir leid und ich glaube, 
dabei schadet es Euch, dass Ihr ein Dichter seid. Farfanicchio 
grüsst Euch und hatEuch stets auf der Zunge, und unser Kamin 
hört in dieser Jahreszeit nichts öfter als Euren Namen. Ich 
bitte Euch, Allen im Hause meine Ergebenheit auszusprechen 
und zu glauben, dass nichts mehr als Ihr in meinem Herzen lebt 
und damit küsse ich Euch die Hand. 
Bottari Raceolta I. 461. Farfaniechio ist der Seherzname 
des kleinen Augusto. Zur Erläuterung der Stimmung, in welcher 
der obige Brief geschrieben ist, mag hier auf eine der von Sal- 
vator erwähnten Radirungen hingewiesen werden, die unter dem 
Namen von Salvator Boszfs Genius bekannt ist. Er hat sich dar- 
auf selbst dargestellt, auf der Erde sitzend und ein Füllhorn mit 
Geld umstossend, während er in der andern Hand ein Herz hält, 
das er einer neben ihm stehenden weiblichen Gestalt darbietßt- 
Diese  vielleicht seine Luerezia  hält ein Paar Tauben, Wohl 
als Symbol der Liebe, in der Hand. Eine andere weibliche (le- 
Stalt setzt ihm einen Hut, als Symbol der Freiheit, auf und reicht 
ihm einen Stock dar. Dabei die beiden allegorischen ßeStültell 
der Gerechtigkeit und des Lasters. Vor ihm kniet 61119 Frau
        

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