Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391228
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küssen 
Alle in 
Signora Lucrezia und Augusto, so wie ich selbst, 
Euch von ganzem Herzen die Hand. Einen Gruss für 
Eurem Hause! 
Bottari Raceolta I. 454.  Zur Erläuterung der im Anfang 
des Briefes befindlichen Aeusserungen ist zu bemerken, dass 
Salvator Rosa im Jahre 1661 eine Reise nach dem vielgeliebten 
Florenz angetreten hatte. Dort stand die Vermählungs-Feier- 
lichkeit des Thronfolgers (nachmals Cosimo III.) mit Margaretha 
von Orleans bevor, und sowohl die alten Freunde Cordini, Mi- 
nucci und Ricciardi, als auch einige Mitglieder der ihm so wohl- 
gesinnten Familie der Medieeer hatten den Künstler zur Theil- 
nahme an den beabsichtigten Festlichkeiten aufgefordert. Auch 
sein Freund, der Abbate Cesti, war dahin berufen, um eine 
Fest-Oper zu komponiren. Die Biographen erzählen, wie ange- 
nehme Tage Salvator im Kreise der alten Freunde auf einer Villa 
verlebt habe, die er selbst Strozzavolpe, Andere Strozzagolpe 
nennen. Sie gehörte Giacomo Ricciardi, dem Bruder Giamba- 
tista's, und wird in der nachfolgenden Korrespondenz sehr häuüg 
erwähnt. Während seines Aufenthalts in der Stadt lebte Salvator 
im Hause von Paolo Minucci, den er in dem Briefe grüssen lässt, 
und den wir schon als Freund des Künstlers kennen gelernt 
haben. Er war Sekretair im Dienst des Prinzen Matthias, und 
hat sich in der Literatur durch seinen Kommentar zu dem 
vMalmantile raequistator des Lorenzo Lippi bekannt gemacht, 
der ebenfalls zu den nächsten Freunden Salvatofs gehörte.  
Von den beiden Bildern des Pythagoras hat Salvator seinem 
Freunde schon in einem früheren Briefe (vom 29. Juli d. J.) 
Nachricht gegeben. ßDie beiden Bilder, an denen ich bisher 
arbeitete, habe ich nun vollendet; ihre Gegenstände sind voll- 
ständig neu, noch jemals von irgend wenn behandelt. Auf 
einer Leinewand von acht Palmen Länge habe ich den Pytha- 
goras gemalt, der, von seinen Schülern umgeben, am Ufer des 
Meeres damit beschäftigt ist, einigen Fischern ein Netz abzu- 
kaufen, das sie eben im Begriff stehen, aus dem Meere zu ziehen, 
um den Fischen die Freiheit wiederzugeben; ein Motiv, das aus 
einem Werkehen Plutareh's entnommen ist. Das andere Stellt 
vor, wie derselbe Pythagoras, nachdem er sich ein Jahr lang 
in einer unterirdischen Wohnung aufgehalten, nun nach dem 
Schlusse desselben, erwartet von seiner Schule, sowohl Männern 
als Weibern, daraus hervortritt, und aus der Unterwelt zurück-
        

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