Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391206
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Erinnerung daran verbittere, zumal in diesem Monat, der so 
reich an Abwechsolungen ist.  Doch mit Gunst, lasst uns von 
etwas Anderem sprechen! 
Das Fest von S. Johannis Enthauptung ging in mehr als 
einer Beziehung mit grosser Feierlichkeit vor sich. Die Herren 
Sacchetti hatten die Verpflichtung, es auszustatten, und folg- 
lich lag dem Pietro da Cortona die Pflicht der Anordnung 0b, 
indem er ganz von dieser Familie abhängig ist und derselben 
zugehört. Es fand dabei ein grosser Zusammenfluss von alten 
Malereien statt, indem diese Herren es sich zur Aufgabe gemacht 
haben, die berühmtesten Gallerien von Rom ihrer Blüthen zu 
berauben. Ich habe daselbst, ausser den beiden schon früher 
berührten Bildern mit den Ereignissen des Pythagoras, ein 
grösseres Bild ausgestellt, welches die Geschichte des Jeremias 
zum Gegenstande hat, wie derselbe auf Befehl der Fürsten von 
Juda, weil er den Untergang Jerusalems prophezeit hatte, in 
einen Graben gestürzt und auf die Bitten des Eunuchen Ebed- 
melec wieder daraus befreit wird. Die Zahl der Figuren belief 
sich auf dreizehn, alle in Lebensgrösse. Ausserdem waren auch 
von mir noch zwei andere Stücke dort; weil ich sie aber nicht 
besonders für jenen Zweck gearbeitet habe, will ich ihrer hier 
nicht weiter erwähnen. Das ist es, was ich Euch in Bezug auf 
das Fest zu sagen hatte. 
Ich habe sogleich das von Philostrat geschriebene Leben 
des Apollonius gelesen, und zwar zu meinem ganz besonderen 
Vergnügen, was die Mcrkwürdigkeit des Inhaltes betrifft. lndess 
habe ich doch nicht Das darin gefunden, was ich, Eurer Ansicht 
nach, darin an absonderlichen und aussergewöhnlichen Gegen- 
standen für die Malerei finden sollte; indem es fast alles Ereig- 
nisse sind, die auf ein und dasselbe hinauslaufen. Und deshalb 
ersuche ich Euch denn, mir irgend etwas Anderes anzugeben, 
um darin noch mehr über das Gewöhnliche hinausgehende Dinge 
finden zu können. Einiges indess habe ich mir auch aus dem 
Apollonius zu späterem Gebrauch notirt.
        

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