Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391172
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die 'l'ragödie des Gherardelli Euch zu Händen gekommen und 
dass in Uebereinstimmung mit der Ansicht Aller auch EllCh 
die Vertheidigung mehr als das Werk gefallen hat, indem näm- 
lich die Vertheidigung wirklich eines grossen Mannes würdig ist 
Ihr werdet auch noch meine Zeichnung des Titelblattes bemerkt 
haben, auf welches ich nicht meinen Namen gesetzt haben wollm 
Nun sagt der infame Kerl von Schiribaudolo, er wolle gegen die 
Vertheidigung etwas drucken lassen zum Hohn der Achtung, 
die alle Anderen den Todten gewidmet haben 1). Hiermit und 
mit vielen andern schönen Sachen empfehle ich mich Euch als 
ganz den Eurigen, indem ich Euch bitte  Ihr wisst schon 
welche Freunde zu grüssen, während die Signora Lucrezia 
und Orsola Ew. Herr]. dasselbe thun. 
Bottari Raccolta I. 440.  Die Verstimmung, die Salvator 
in diesem Briefe über seine Anfeindungen in Folge der Satyren, 
ausspricht, steigerte sich immer mehr und mehr. Am 13.Juni d.J. 
schreibt er u. a. seinem Freunde: vUeber meine Angelegenheiten 
werde ich Euch gar nichts schreiben, es genügt mir, Euch blos 
das Eine zu sagen, dass die Ruhe vollständig aus meinem Gemüth 
verbannt ist, in Folge jener gesegneten Satyren; ich wollte, ich 
hätte mir lieber den Hals gebrochen, als sie anzufangen. Mit 
einem Worte, es kommen mehrere Sachen zusammen, um mich 
zum unglückseligsten Menschen zu machen",  vin Summa, 
wenn ich nicht vor Verzweiflung sterbe, dann stirbt auf dieser 
Welt nie ein Mensch daran". Der im Anfange des Briefes ge- 
nannte Cosimo gehört zu den Florentiner Freunden, ebenso wie 
Volunnio (Bandinelli), später Kardinal, und Francesco Cordini, 
der sich, trotz seiner Jugend, durch ein grosses poetisches Talent 
auszeichnete, und in den Schauspielen, die man gemeinsam auf- 
führte, und für welche Salvator die Dekorationen besorgte, die 
Mädchenrollen zu spielen pflegte. Cordini blieb im steten Verkehr 
mit Rosa und befand sich im Besitz mehrerer Bilder desselben. 
Der Kanonikus da Scorno hat dem Künstler seine Freundschaft 
bis zu dessen Tode bewahrt, wie aus dem Briefe hervorgeht, den 
der trefTliche Dr. Francesco Baldovini über den Tod Salvatofs 
an Baldinucci gerichtet hat. (S. u. Erläuterungen zu Nr. 92-) 
tutti gli altri hapno usato ai morti. 
ehe 
Alla barba della riverenza
        

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