Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391134
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Signora Lucrezia und Orsola, und ich grügge herzlich alle dor- 
txgen Freunde und umarme Euch von ganzem Harlem Gebt 
mnr doch Nachncht, ob wder Schlummer-K 1) dem Herrn Lanfw- 
ducci gefallen hat. 
Zur Erläuterung dieses von Bottari Raccolta I. 434 mit- 
getheilten Briefes dient zunächst ein Schreiben, das Rosa am 
6. Juli d. J. an Ricciardi gerichtet hat, und Worin von einer 
Landschaft Albanfs die Rede ist, die der Künstler anstatt einer 
eigenen Arbeit seinem Freunde geschickt hatte. Das Bild gefiel 
Ricciardi nicht, und auf seinen Zweifel, 0b es von Albani sei, 
erwidert Rosa sehr offenherzig: "Man sieht, dass Ihr schlimme 
Augen habt, da Ihr so schlecht von der Malerei urtheilt. Armer 
Albanol Du glaubst die höchste Vollendung der Kunst erreicht 
zu haben, und da sagt der Ricciardi beim Anblick eines Bildes 
von Dir, er habe nie etwas Schlechteres gesehene Bott. I. 431. 
Ricciardi haben wir schon oben (S. 308) als einen der nächsten 
Freunde Salvator's kennen gelernt; der Padre Cavalli war ein 
angesehener Musiker und Komponist, der wie mehrere andere 
Komponisten Salvatofs Bekanntschaft wegen dessen grosser 
Liebe zur Musik aufgesucht hatte; ßSignora Lucreziai ist die 
schon oben angeführte Geliebte Salvatofs; die Orsola aber 
wahrscheinlich eine der dienstbaren vielleicht auch befreun- 
deten Frauen, die nach der Aussage der Biographen in Salvatofs 
Hause lebten. Dass die Lucrezia guter Hoffnung sei, meldet er 
dem Freunde in einem Briefe vom Oktober d. J. Sie hat ihm bald 
darauf den zweiten Sohn geboren, der Augusto getauft wurde, 
und in der folgenden Korrespondenz häufig erwähnt wird. Ein 
schon früher von der Lucrezia geborener Sohn ist sehr jung ge- 
storben. Der letzterwähnte Brief enthält auch die Nachricht, dass 
das Schlachtbild nach Frankreich abgegangen sei. Es habe einen 
sehr grossen Beifall in Rom gefunden. wlch kann ihm nun, sagt 
Salvator in einem anderen Briefe aus derselben Zeit, vdenselben 
glücklichen Erfolg wünschen, den es in Rom gehabt hat; denn 
ich kann Euch zuschwören, dieser ist grösser gewesen, als viel- 
leicht jemals eine moderne Malerei, um von den alten nicht zu 
Sprechen, erreicht hat, so dass mein Name diesmal einen grossen 
 1) „Il sonno." Wahrscheinlich eine Arie, die Rosa für ßanfreducci, 
emen seiner. florentinischen Freunde, gedichtet haue, wie dies aus dem 
Schluss des m der Erläuterung erwähnten Briefes vom 6. Juli hervorgeht.
        

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