Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391122
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Hand des Albano, sondern von irgend einem Romanesken sei; 
denn es ist mehr als gewiss, dass es seine Hand ist. Da es aber 
mit zu seinen letzten Sachen gehört und schon unter dem Ein- 
iluss der Schwächen des Alters gemalt ist, muss man Geduld 
haben; und doch ist das Bildchen, obschon nicht ganz in dem 
Geschmack, den ich liebe, der Art, dass ich überzeugt bin, 
dass hier am Orte auch nicht ein Einziger sei, der es besser 
zumachen im Stande wäre. Da ich mich aber für jetzt nicht 
mit Euch über Malerei streiten will, so behalte ich mir vor, 
Euch bei Gelegenheit wieder etwas Eigenes zu machen und 
jenes zurückzunehmen. Wollt Ihr noch mehr, Sigr. Coccia? 
Was die Schlacht von 3 1]; Ellen Lange und 2 Ellen Höhe, 
von der ich Euch den Preis angeben soll, anbelangt, so will ich 
Euch mit gewohnter Freiheit meine Meinung darüber sagen. 
Ich glaube, Ihr werdet den Widerwillen schon kennen, den ich 
gegen jene Gattung von Malerei hege, in Anbetracht, dass es 
eine allbekannte Geschichte ist, dass ich darin alle anderen Maler 
übertreffe i), die etwa mit mir anbinden möchten; ganz abge- 
sehen von der grösseren Mühseligkeit, die damit verknüpft ist; 
trotzdem aber könnt Ihr, wenn Euch viel daran gelegen ist, 
jenem Freunde sagen, dass ich aus Liebe zu Euch nicht mehr 
als 300 Scudi von ihm haben will, wobei ich ausdrücklich er- 
kläre, dass, wäre die Sache nicht von Euch befürwortet, ich die 
Arbeit um keinen Preis unternehmen würde, indem man. schon 
weiss, dass ich fast das Gelübde gethan habe, diese Art Male- 
reien nicht mehr zu machen, wenn sie mir nicht gleich RafaePs 
und Tizian's bezahlt werden. Doch zu etwas Anderem! 
Der Padre Cavalli, der gestern bei mir war, ist so für Euch 
eingenommen, dass man es kaum mehr sein kann; er ist in 
Wahrheit ein sehr würdiger Mann. Uebrigens, mein Ricciardil 
bitte ich Euch, guten Muthes zu bleiben und zu glauben, dass 
mein Kopf und meine Börse Euer sind. Es grüssen Euch die 
1) Atteso ehe questo 
mi vogliono dar di naso. 
da superar quanti pittori 
ä il mio luogo topico
        

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