Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391107
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müthes, denn als das Produkt wirklicher Ueberzeugung, und es 
ist nicht zu Verwundern, dass ihm dasselbe so viel Hass und 
Feindschaft zugezogen hat, dass er später selbst einmal sagte, 
er wünsche sich lieber das Genick gebrochen, als diese Satyren 
geschrieben zu haben. Uebrigens ist schon bei seinen Lebzeiten 
Seine Autorschaft stark angezweifelt worden, was ihn mit dem 
grössten Zorn erfüllte. Seine Gegner warfen ihm vor, er hatte 
sich diesen Ruhm widerrechtlich angemasst, ein Vorwurf, gegen 
den er sich in der letzten Satyre vLa invidian vertheidigt. Die 
eigentlichen satyrischen Theile des Gedichts über die Malerei 
sind gewiss von ihm, wogegen es nicht unwahrscheinlich ist, 
dass die nur allzuhäufigen gelehrten Anspielungen und die histo- 
rischen Notizen über die Maler des Alterthums ihm von einem 
gelehrten Freunde, vielleicht von Giovanni Batista Ricciardi, an 
die Hand gegeben worden sind. 
SALVATOR ROSA 
an 
Rrocmnnr. 
BAT. 
G10. 
Rßm: 
17. August 1652. 
Ich bin sehr kurz in meinem Schreiben von der vorigen 
Woche gewesen und werde dies auch während des ganzen 
kommenden Monats September sein müssen, und zwar in Folge 
eines Auftrages, von dem Ihr gleich hören sollt. Monsignore 
Corsini, der zum französischen Nuntius ernannt ist, hat sich, 
nachdem er hin und her gesonnen, was er wohl bei seiner 
Ankunft dort dem Hofe schenken könnte, die vorige Woche 
entschlossen, sich ein grosses Schlachtbild von mir malen zu 
lassen, gerade von derselben Grösse, als das Bacchanal, das 
ich, wie Ihr wisst, gemalt habe; nämlich 14 Palmen lang und 
9 Palmen hoch. Und da nun nicht mehr Zeit dazu ist, als 
vierzig Tage, indem nämlich besagter Monsignore gegen Ende 
des Monats September abreisen muss, und er weiss, dass kein 
anderer Maler ihm innerhalb so weniger Tage gedient, noch 
sich in der gegenwärtigen Augusthitze zum Arbeiten verstanden 
haben würde, so hat er bei dem von mir verlangten Preise von
        

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