Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391069
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die Malerei aufzugeben, gab er sich dieser Neigung mit solchem 
Eifer und mit solchem Erfolge hin, dass er sich bald ein Haus 
und später eine Vigna miethen konnte, wo dann die Vorstellun- 
gen mit grösserer Regelmässigkeit gegeben wurden. Sein schar- 
fer Verstand, sein schneidender Witz, seine grosse Fähigkeit zu 
improvisiren, machten ihn ganz geeignet, eine solche Rolle länger 
und mit grösserem Erfolge durchzuführen, als vielleicht seinem 
guten Namen zuträglich war. Ohne auf die Einzelheiten dieses 
Treibens, namentlich auf die Verspottung des Ritters Bernini 
und dessen Rache hier näher einzugehen, ist zu bemerken, dass 
entweder eine durch ein Spottbild hervorgerufene Misshelligkeit 
oder ein Rufl) nach Florenz den Künstler dieser Beschäftigung 
entriss und seinem eigentlichen Berufe wieder zuführte. Ueber 
den Aufenthalt Rosa's in Florenz (1640-49), wo ihn die fürst- 
liche Familie selbst beschäftigte, sind wir namentlich durch die 
Mittheilungen Baldinuccfs, der dort in persönlichem Verkehr 
mit ihm stand, genau unterrichtet. Wir finden den Künstler 
hier in engem Verkehr mit den ausgezeichnetsten Literaten der 
Stadt. Der berühmte Mathematiker Ev. Torricelli, der gelehrte 
Carlo Dati, der Professor der humanistischen und Moralwissen- 
schaften zu Pisa, Val. Chimentelli und dessen späterer Nachfolger 
Gio. Bat. Ricciardi, der spätere Kardinal Volunnio Bandinelli, 
die Dichter G. F. Appolloni, P. Salvetti, Francesco Rovai; der 
Maler Lorenzo Lippi, {Dichter des komischen Epos wll Malmantile 
racquistatoß und Francesco Minucci, Sckretair des Grossher- 
zogs und Kommentator des obengenannten Gedichtes; diese 
und noch viele andere whelli spiritiß bildeten eine geschlossene 
Gesellschaft, welche die vaccademia de' percossiu genannt wurde 
und deren Versammlungen meist in dem Hause Salvator's statt- 
fanden. Hier wurden Gedichte, z. B. Salvatofs Satyren entweder 
von ihm selbst oder vom Dr. Berni vorgelesen, und mit grossem 
Eifer wieder Komödie gespielt. Salvator excellirte vor allen 
Anderen; ein begabter Jüngling Francesco Cordini gab die Mäd- 
chenrollen; Baldinucci erzählt, er sei vor Lachen mitunter fast 
gestickt. Das Jahr 1642 wird von ihm als ein besonders heiteres 
angeführt; kostbare und sinnreich ausgestattete Gastmähler, 
deren Kosten meist Salvator trug, beschlossen die Versammlun- 
gen, -zu denen auch mitunter Herren des Hofes hinzugezogen 
wurden. Da machte dann Salvator auch die traurige Erfahrung, 
dass jene Herren, die in der Nacht bei ihm gegßhwelgt hatten, 
Giovanni Carlo de" Medici berufen. 
Nach Baldinucci hat ihn
        

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