Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391014
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bezöge, der allerdings den Gipfel der oben angedeuteten neuen 
Richtung erreicht hat. Indess darf man doch nicht verkennen, 
dass auch Pietro da Cortona, ebenso wie Bernini, der andere 
Günstling der Barberini, denen eine Achtung und Aneykennung 
der antiken Kunst so ferne lag, viel zu dem Unwesen beigetra- 
gen haben, wie es sich fortan immer deutlicher in den römischen 
Bauten zu erkennen giebt. Del Pozzo konnte die Prinzipien nicht 
billigen, nach denen Berrettini in seinen Bauten verfuhr, und hat 
ihm deshalb den Rath gegeben, sich von der Ausübung dieser 
Kunst ganz zurückzuhalten. Ohne dieser seiner Ansicht unge- 
tren zu werden, konnte er dem Künstler allerdings rathen, we- 
nigstens die angefangenen Bauten fortzuführen. Möglich auch, 
dass er ihm bei dieser Gelegenheit angedeutet hat, wie er seine 
Kunstweise durch erneutes Studium mit den Grundsätzen der 
Alten in Einklang bringen könnte. Darauf, oder auf ähnliche 
Bathschläge scheint ein Brief Berrettinfs hinzudeuten, den er am 
19. Januar 1646 an den Konithur gerichtet hat. iMein WllllSCh" , 
heisst es darin, vwäre, Ihnen in Person für die grosse Zuneigung 
danken zu können, die Sie mir durch die Aufmunterung erwei- 
sen, ich solle die von mir begonnenen Bauwerke nicht liegen 
lassen, sondern weiter fortführen. Ich habe wirklich gesehen 
und erkannt, dass ich in besagten Dingen immer Unglück ge- 
habt habe und glaube, dass der Grund davon vielleicht nicht 
darin liegt, dass ich keinen grossen und kühnen Sinn l) gehabt, 
wie meine Feinde mir vorgeworfen, sondern darin, dass ich 
mich nicht den Sitten derer angepasst habe, die solche Werke 
unternehmen, um Gewinn daraus zu ziehen; daran habe ich 
niemals gedacht, sondern mein Gedanke war es, nur so zu 
verfahren, wie es meines Gleichen zuköinmt. Habe ich darin 
geirrt, so geschah dies nur, weil ich mich nicht zum Heuchelii 
entschliessen konnte, und das bereue ich auch jetzt nicht. Wenn 
ich aber doch über etwas betrübt sein soll, so könnte dies nur 
darüber sein , dass ich nicht mehr in der Ausübung der Malerei 
zu leisten vermag, für die ich allein Sinn und Neigung habe 
und den guten Willen, mich durch Studium zu vervollkommnen. 
Denn die Architektur dient nur zu meiner Unterhaltung, doch 
indem ich Ew. Herrl. zu Diensten bin, werde ich sie in die 
erste Reihe stellen und jede darauf verwendete Mühe für 
gut angewendet haltem 2). 
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