Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391008
immer nein sagen. Ich empfehle mich lhnen eingedenk meiner 
grossen Verpllichtungen und wünsche sehnlichst, mit Ihren Be- 
fehlen beehrt zu werden. 
Wir haben diesen Brief aus mehreren bei Bottari abge- 
druckten Schreiben ausgewählt, die uns einen der bedeutendsten 
Künstler des siebzehnten Jahrhunderts in freundlichem Verkehr 
mit dem uns schon bekannten Cassiano del Pozzo zeigen. Auch 
Berrettini, gewöhnlich Pietro da Gortona genannt, war ein Günst- 
ling der Barberini, indem er durch den Kardinal Sacchetti die 
Gunst von Cassiands Patron, Francesco Barberini und durch die- 
sen die von Papst Urban erlangt hatte. Sein rasch anwachsender 
Ruhm war der Grund seiner Berufung nach Florenz, wohin er 
mit Empfehlung Del Pozzds versehen ging, um im Auftrage des 
Grossherzogs einige Zimmer des Palazzo Pitti auszumalen, die- 
selben, in denen sich jetzt ein Theil der berühmten Gemälde- 
Sammlung befindet. Wir übergehen die mannigfachen Einzel- 
lieiten, die sich für die Charakteristik des Künstlers aus seiner 
Korrespondenz mit Del Pozzo ergeben und wollen nur diejeni- 
gen Aeusserungen hier hervorheben, welche die bauliche Thä- 
tigkeit Berrettinfs betreffen. Man sieht aus dem Schluss des 
Briefes, und auch ein anderer vom 15. Januar 1646 deutet dar- 
auf hin, dass Del Pozzo seinem Freunde gerathen, sich nicht mit 
der Architektur zu befassen. Es scheint dies seinen Grund darin 
gehabt zu haben, dass der mit dem klassischen Alterthum so 
innig vertraute Gelehrte dem wüsten und willkürlichen Treiben 
abgeneigt sein musste, das damals in der Baukunst zu herrschen 
begann. Carlo Dati führt in seiner Lobrede auf den Komthur 
folgende Aeusserung desselben an: "Es ist eine grosse Schande 
für unser Jahrhundert, dass man sich trotz der Möglichkeit so 
viele Ideen und vollendete Muster, die in den alten Gebäuden 
erhalten sind, zu erkennen und zu bewundern, wegen der Laune 
einiger Baumeister von dem alten klassischen Geschmack ent- 
fernt und die Architektur selbst zur Barbarei zurückschreitet. 
Das war nicht die Art der Brunelleschi, der Buonarroti, der 
Bramante, der Serlio, der Palladio, der Vignola und der andern 
Wiederhersteller dieser grossen Kunst, die aus den Maassen der 
römischen Gebäude die wahren Verhältnisse jener regelmässigen 
Ordnung erlernten, von denen man nicht abweichen darf, ohne 
sich auf eine falsche Bahn zu verliereni. Dumesnil glaubt, dass 
dieser Tadel sich namentlich auf die Bauweise des Borromini
        

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