Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390986
UVV 
ein Auftrag des Kardinal Richelieu, der dem Künstler durch den 
Kardinal Antonio Barberini mitgetheilt wurde. Mit diesem, so- 
wie überhaupt mit der Familie Barberini, war Bernini auf das 
Engste verbunden. Urban VIII. hatte schon als Kardinal Maffeo 
Barberini zu seinen besonderen Bewunderern gehört. Als er 
zum Papst erwählt worden war, sagte er zu dem Künstler: "Es 
ist ein grosses Glückfür Euch, den Kardinal Maffeo Barberini 
als Papst zu sehen; für uns aber ist es noch ein grösseres, dass 
der Kavalier Bernini unter unserem Pontiiikate lebten. Zum 
Kavalier hatte er ihn gleich bei dem Antritte seiner Regierung 
ernannt. Der im Anfang des Briefes genannte Antonio ist der 
Neffe dieses Papstes, unter dem 'er das Amt eines ersten Kam- 
merers und Finanzministers bekleidete, der Bruder des Kardinal 
Francesco Barberini, den wir schon als Patron des Komthurs 
Cassiano del Pozzo kennen gelernt haben. Bei dem Schutz dieser 
einflussreichen Persönlichkeiten konnte es nicht fehlen, dass 
Bernini bald zur vollkommenen Herrschaft über das römische 
Kunstleben gelangte, dem er während geraumer Zeit in der That 
den Stempel seines eigenen Wesens aufgedrückt hat. 
Das Datum des Briefes ist nach der Vermuthung Bottarfs 
angesetzt. Der Kardinal Richelieu scheint Bernini mit einem 
reichen Diamanten-Schmuck beschenkt zu haben, Wofür sich 
dieser unterm 24. Mai 1642 bedankte. Wahrscheinlich ist der 
obige Brief etwa ein Jahr früher geschrieben. YVie hoch Bernini 
von den Fürsten der damaligen Zeit gehalten, bezeugt u. a. ein 
an ihn gerichteter Brief von Marie Henriette, Gemahlin Karl's I., 
von1 26. Juni 1629, worin sie ihn um das Bildniss KarPs I. er- 
sucht, welches er nach einem Gemälde von Van Dyk in grösster 
Aehnlichkeit verfertigte. WVahrscheinlich war dies die Veran- 
lassung für Richelieu, sein eigenes Bild von Bernini zu ver- 
langen, um welches es sich in dem obigen Briefe handelt. Auf 
Berninfs Berufung an den französischen Hof bezieht sich ein 
von Bottari mitgetheilter Brief des Kardinals Mazarin, mit dem 
jener schon früher in Rom in Berührung gekommen war. 17011 
Lyon schreibt Ludwig XIV. selbst an Bernini (11. April 1665): 
er möchte nach Frankreich kommen und dazu die Gelegenheit 
der Rückkehr des Herzogs von Crequi wahrnehmen. Dieser 
werde ihm die besonderen Gründe der Berufung angeben und 
mit ihm über seine schönen Zeichnungen zum Louvre sprechen. 
Früher hatte sich Papst Urban VIII. der Abreise Berninfs wider- 
setzt. Nun schreibt Ludwig selbst an Papst Alexander V1], 
(unterm 18, April 1665), dankt ihm für Berniniis Zeichnungen
        

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