Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390802
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Da Sie mir Herrn Delisle empfehlen, so habe ich mich 
entschlossen, demselben zu Diensten zu sein, obschon ich mir 
vorgenommen hatte, jetzt einmal etwas für mich selbst zu 
machen, ohne mich weiter den Launen Anderer und nament- 
lich Derjenigen zu unterwerfen, die nur mit den Augen fremder 
Leute sehen. Der genannte Herr aber muss sich zu einer für 
einen Franzosen schwierigen Sache entschliessen, zur Geduld. 
Ich habe Ihre Empfehlungen dem Herrn Ritter Del Pozzo 
dargebracht, und derselbe hat sie mit seiner gewohnten Artig- 
keit entgegengenommen. In Bezug auf das, was Sie mir in Ihrem 
letzten Briefe schreiben, so ist es mir ein Leichtes, den von 
Ihnen gehegten Verdacht zurückzuweisen, als wenn ich Sie we- 
niger, als irgend eine andere Person, ehrte oder für Sie eine 
geringere Anhänglichkeit hätte. Wenn dem so Wäre, Weshalb 
hätte ich Sie Während eines Zeitraums von fünf Jahren so vielen 
Leuten von Verdienst und hohem Bange vorgezogen, die auf das 
Dringendste verlangt haben, ich sollte ihnen etwas arbeiten und 
die mir dabei auf das Freigebigste ihre Börsen zur Verfügung 
gestellt haben, wogegen ich mich mit einem so mässigen Preise 
von Ihrer Seite begnügte, dass ich nicht einmal das mir von 
Ihnen Gebotene habe annehmen wollen? 
Und nachdem ich Ihnen das erste Ihrer Bilder geschickt 
hatte, welches eine Komposition von nur sechszehn oder acht- 
zehn Figuren War, warum habe ich da, anstatt nur dieselbe oder 
gar eine geringere Zahl auf den nachfolgenden, wie ich es ge- 
konnt hätte, anzubringen, im Gegentheil meine Darstellungen 
immer mehr und mehr bereichert, ohne an irgend einen andern 
Gewinn, als an den lhres Wohlwollens zu denken? Weshalb 
habe ich so viel Zeit angewendet und so viel Gänge hierhin und 
dorthin bei Kälte und Hitze in Ihren persönlichen Angelegen- 
heiten gethan, als um Ihnen dadurch zu bezeugen, wie sehr ich 
Sie liebe und hochschätze? Mehr will ich nicht sagen, ich würde 
sonst die Grenzen der Anhanglichkeit überschreiten müssen, die 
ich Ihnen gewidmet habe. Sie dürfen überzeugt sein, dass ich 
für Sie gethan habe, was ich für keinen anderen Menschen auf
        

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