Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390757
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verfolgt; aber man kann es andererseits auch nicht verkennen, 
dass er sich jene anderweitige Verfügung über die Benutzung 
des Hauses selbst zugezogen hatte. Hatte er doch geflissentlich 
seinen Entschluss, nicht nach Paris zurückzukehren, zu ver- 
schiedenen Personen ausgesprochen, so dass ihm durch die 
zeitweilige Benutzung des Hauses gar kein Unrecht angethan 
wurde. Die Versicherung aber, dass er rgerade jetzt Lust ge- 
habt, zurückzukehren", ist nach dem, was wir oben angeführt 
haben, wohl schwerlich eine ernst gemeinte, und gewiss auch von 
Herrn von Chantelou nicht als solche betrachtet worden. Auch 
haben die Einwendungen Poussin's, wie sich voraussehen liess, 
keinen Erfolg gehabt, umsoweniger als sein Gönner De Noyers 
am 20. Oktober 1645 starb und Poussin nunmehr alle weiteren 
Bemühungen in dieser Angelegenheit aufgab, die er am besten 
ganz und gar unterlassen hatte. 
In Bezug auf die anderen Einzelheiten ist wenig zu bemer- 
ken. Das von Poussin erwähnte Bild gehört zu der Reihe der 
Sakramente, die" er  nach dem Vorbilde der für Cassiano del 
Pozzo gemalten  für Herrn von Chantelou ausführte. Dufresne 
war der erste Direktor der Königl. Druckerei in Paris. Als 
Mann von vielseitigen Kenntnissen begleitete er in der Eigen- 
schaft eines Bibliothekars die Königin Christine von Schweden 
nach Rom, kehrte aber später wieder nach Frankreich zurück, 
wo er im Jahre 1661 starb. Womit die Lücke am Schluss des 
Briefes auszufüllen sei, weiss ich nicht. Es ist, wenn auch nicht 
wahrscheinlich, doch möglich, dass das Mobiliar des Hauses in 
Paris gemeint sei, um dessen Verkauf Poussin allerdings schon 
früher Herrn von Chantelou ersucht hatte. 
POUSSIN 
NICOLAS 
an 
Herrn DE CHANTELOU. 
BOm: 
7. April 1641. 
Ich gestehe, mein Herr! und dies ist die reine Wahrheit, 
dass alle Briefe, mit denen Sie mich beehren, mir zugleich 
Freude und Nutzen verursachen. Ihr letztes Schreiben vom 
15. März hat auf mich denselben Eindruck, als die früheren
        

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