Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390724
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von Neuem belästigen und Sie in einer mir sehr wichtigen An- 
gelegenheit um Ihre Hülfe bitten werde. Sie wissen nämlich, 
mein Herr! dass meine Abwesenheit einigen Vermessenenßrund 
zu der Einbildung gegeben hat, dass ich, weil ich bisher noch nicht 
nach Frankreich zurückgekehrt bin, überhaupt die Lust verloren 
hätte, jemals dahin zurückzukehren. Diese falsche Vermuthung 
hat dieselben ohne allen anderen Grund zu tausend Versuchen 
veranlasst, um mir ungerechter Weise das Haus zu rauben, 
welches der verstorbene König, sehr glücklichen Angedenkens, 
die Gnade gehabt hatte, mir auf meine Lebenszeit zu verleihen. 
Sie wissen auch, dass die Sache schon so weit gediehen ist, dass 
sie von der Königin die Erlaubniss erhalten haben, sich darin 
einzurichten und mich zu cxmittiren; Sie wissen endlich, dass 
sie falsche Briefe geschmiedet haben, woraus sich ergeben sollte, 
ich hätte behauptet, niemals wieder nach Frankreich zurück- 
kehren zu wollen, um durch diese Lüge die Königin leichter zur 
Gewähr ihrer Bitte zu bestimmen. Ich bin in Verzweiflung dar- 
über, dass eine solche Ungerechtigkeit kein Hinderniss findet. 
Gerade jetzt, wo ich Lust hatte zum Herbst zurückzukehren, 
um die Süssigkeiten des Vaterlandes zu geniessen, wo doch 
am Ende ein Jeder zu sterben wünscht, gerade jetzt sehe ich 
mir dasjenige entrissen, was mich am meisten zur Rückkehr 
einlud. Ist es denn möglich, dass Niemand mein Recht ver- 
theidigt und sich der Frechheit eines gemeinen Lakaien ent- 
gegensetzt? Haben die Franzosen so wenig Liebe für Ihre Mit- 
bürger, deren Verdienste Ihrem Vaterlande zum Ruhme ge- 
reichen? Will man es dulden, dass ein Mensch, wie Samson, 
einen Mann aus seinem Hanse werfe, dessen Name von ganz 
Europa genannt wird? Das allgemeine Interesse selbst erlaubt 
nicht, dass dies geschehe: und deshalb, mein Herr! ersuche ich 
Sie dringend, wenn es kein anderes Mittel giebt, es wenigstens 
den anständigen Leuten zur Kenntniss zu bringen, welches Un- 
recht mir angethan wird, und überall, wo Sie es vermögen, mein 
Beschützer zu sein. Da Sie ferner den Stand meiner Angelegen- 
heiten kennen, so wissen Sie auch, dass ich für einen Theil meiner
        

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