Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390676
Indem er sich nun zu Herrn De Noyers wendet, beklagt er 
sich darüber, dass er den Verleumdungen seiner Feinde Gehör 
schenke; er, der gerade sein Beschützer sein sollte, indem er ja 
derjenige wäre, der dsa Veranlassung zu seiner Verleumdung 
gäbe, indem er die Bil er jener von ihren bisher innegehabten 
Plätzen wegnehmen lassen, um seine  POLlSsin's  Bilde;- an 
deren Stelle zu setzen. 
Alle diejenigen, welche früher die Hand bei dem Anfange 
der Arbeiten in der grossen Gallerie gehabt, und die Erwartung 
gehabt hätten, dabei einigen Gewinn zu machen, seien ebenso 
wie diejenigen seine Feinde geworden, Welche gehofft hätten, 
Bilder von seiner Hand zu bekommen, und die sich nun wegen 
des Verbotes, nichts für Privatpersonen zu arbeiten, in ihrer 
Hoffnung getauscht sähen,  alle diese schrieen nun fortwäh- 
rend gegen ihn. Er hätte nun allerdings von jenen nichts zu 
fürchten, indem er sich, Gott sei es gedankt! solche Güter er- 
worben hatte, die nicht von der Gunst des Zufalls abhängen und 
die man ihm rauben könne, sondern mit denen er überall hin- 
zugehen im Stande sei; trotzdem aber würde ihm der Schmerz, 
sich so misshandelt zu sehen, genug Stoff an die Hand gehen, 
um die Gründe nachzuweisen, wonach seine Ansichten gegrün- 
deter als die der Andern sind, und ihm  De Noyers  die 
Schlechtigkeit seiner Verleumder zur Kenntniss zu bringen. Die 
Besorgniss indess, ihm langweilig zu werden, veranlasse ihn, 
ihm nur mit kurzen Worten zu bemerken, dass diejenigen, 
welche ihm die Lust an den in der grossen Gallerie begonnenen 
Arbeiten verleiden wollten, entweder Unwissende oder Böswil- 
lige seien. Alle Welt könne so darüber urtheilen, und er selbst 
müsse es doch bemerken, dass er nicht durch Zufall, sondern 
aus guten Gründen von den Fehlern und Monstruositaten abge- 
wichen sei, die Lemercier begonnen habe. Denn der Art seien 
doch die lastende und widerwärtige Schwerfalligkeit des Wer- 
kes; die Gedrücktheit der Wölbung, die sich herabzusenken 
scheine; die ausserste Frostigkeit der Komposition; der melan- 
cholische, dürftige und trockene Anblick aller einzelnen Theile; 
die Zusammenstellung gewisser feindlicher und entgegengesetz- 
ter Dinge, die den Sinnen ebenso unleidlich ist, als der Ver- 
nunft, wie z. B. etwas zu Plumpes und etwas zu Leichtes, das 
zu Grosse und das zu Kleine, das zu Starke und das zu Schwache 
 nebst einem ganzen Gefolge anderer unangenehmer Dinge- 
"ES gab darin keine Mannigfaltigkeit; nichts vermochte 
sich selbst zu erhalten; man fand darin weder irgend eine Folge,
        

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