Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390644
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habe nur eine Hand und einen schwachen Kopf und kann von 
Niemandem unterstützt oder gefördert werden. 
Er meint, ich könne meinen schönen ldeenl) bei der Arbeit 
an der besagten Madonna und der Purifikation der h. Jungfrau 
nachgehen; aber das ist gerade so, als ob man mir sagte, ich 
könnte diese oder jene Zeichnung in meinen verlorenen Stunden 
fertig machen. 
Um aber auf Herrn Lcmaire zurückzukommen: ist derselbe 
genügend, um das, was ich ihm auftrage, auszuführen, so will 
ich ihn, sobald er es unternehmen will, von Allem, was zu thun 
ist, unterrichten; nachher aber will ich dann keine Hand mehr 
anlegen. Soll indess gewartet werden, dass ich allgemeine An- 
ordnung aufstelle, wiedMonseigneur meint, so muss man mir 
auch von keinen andern Beschäftigungen weiter sprechen. Zu- 
mal da dies, wie ich schon öfter gesagt habe, Alles ist, was ich 
leisten kann. Und wenn ich auch gänzlich von dieser Arbeit be- 
freit wäre, so sind die Zeichnungen zu den Tapeten wahrlich 
hinreichend, mir zu denken zu geben, ohne dass es mir noch 
nöthig wäre, mich mit andern Beschäftigungen zu befassen. Sie, 
mein Herr! werden mich entschuldigen, wenn ich so frei spreche; 
meine Natur zwingt mich, Alles Wohlgeregelte aufzusuchen und 
zu lieben und alle Verwirrung zu fliehen, die mir ebenso wider- 
wärtig und feindlich ist, als das Licht der düstern Finsterniss. 
Ich theile Ihnen dies im Vertrauen mit, indem ich auf die Güte 
Ihres Wesens vertraue und Sie, namentlich in diesen Dingen, 
Monseigneurs Geist bestimmen. Sieur Vincent Manciolla hat 
mich ersucht, Sie zu fragen, ob er, wie ihm dies seit dem vori- 
gen Jahre vorgeschlagen war, kommen soll, um die Gemälde in 
dem Täfelwerk der Gallerie des Louvre zu malen; er erwartet 
Antwort und das Geld zur Reise. 
Sieur Angeloni ersucht Sie ganz unterthanigst, ihm die 
Gunst zu erweisen, dass er einen Brief in Bezug auf die Wid- 
mungs-Annahme seines Buches erhalte; mit dieser Ehrenbezeu- 
idäes. 
helles 
Divertir mes
        

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