Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390604
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dabei aber sehr lleissig. In einem undatirten Briefe, der viel- 
leicht Ende Mai geschrieben ist, Weicht er einer Einladung des 
Herrn von Chantelou nach Dangu und Chautilly aus, wegen all- 
zugrosser Beschäftigung. In den nächsten drei Wochen würde 
er kaum eine Stunde frei haben. Ueberdies fürchtet er sich vor 
den grossen Tagereisen, die ihm nicht gut bekommen (Lettres 
du Poussin pag. 38). 
Die Arbeit, die ihn so angelegentlich beschäftigte, scheint 
die Gallerie des Louvre zu sein. Er erzählt in einem Briefe vom 
30. Mai Herrn Chantelou, dass er die Eiutheiluug, die Profile, 
das Leistenwerk etc. entworfen, dass ein Herr Perlan als Bild- 
hauer daran beschäftigt sei etc. Zu gleicher Zeit arbeitet er an 
den Kartons. Er hofft, die Arbeit würde rasch von Statten ge- 
hen, wenig kosten und nicht undankbar sein. Er verspricht 
ihm, alle seine Arbeiten mitzutheilen, zu denen noch das Altar- 
bild für die Kapelle von Saint Germain (jetzt im Louvre, Ecole 
francaise Nr. 428) und die Zeichnung zum Titelbilde der grossen 
Bibel (wbiblia regiaß) zu rechnen sind, deren Veröffentlichung 
in der königlichen Druckerei vorbereitet wurde. Dumesnil 
Histoire des Amateurs p. 471. 
NICOLAS 
Poussm 
3D 
CASSIANO 
Pozzo. 
DEL 
Paris, 
1641. 
20. September 
Ew. Hochedle und Hochzuverehrende Herr]. kann es mir 
immer glauben, dass ich, jedesmal wenn ich die Feder ergreife, 
um an Sie zu schreiben, seufze und vor Schaam erröthe; und 
eine grosse Unruhe bemächtigt sich meiner aus keinem andern 
Grunde, als weil ich mich hier befinde, ohne Ihnen irgend einen 
Dienst zu erweisen. 
Und in der That, das Joch, das ich mir auferlegt habe, ver- 
hindert mich, die Pflicht und Neigung, die mich an Sie knüpft, 
irgendwie zu bethätigen; aber ich hoffe, es bald abzuwerfen, um 
in völliger Freiheit noch einmal meinem theuren Herrn und 
Gönner dienen zu können. Ich arbeite ununterbrochen bald an 
diesem Werke, bald an einem andern. Und gern würde ich
        

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