Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390580
ZÖU 
piliehtung zu entlassen. Er sei krank und würde in Kurzem 
unbrauchbar werden. Bald würde ihm vom Leben nur noch 
tdas Bedauern zu lebena übrig bleiben. S0 verzögerte Poussin, 
theils durch körperliche Leiden bedrängt, theils durch böse Ah- 
nungen beängstigt, die Abreise, bis gegen das Ende des Jahres 
1640 sein Gönner, Herr von Chantelou und dessen Bruder nach 
Rom kamen, nicht ohne den bestimmten Auftrag von Seiten 
des Ministers, Poussin zur Reise geneigt zu machen und ihn 
womöglich selbst mit nach Frankreich zu bringen. So geschah 
es auch. In Gesellschaft dieser beiden Herren ging Poussin nach 
Fontainebleau und man sieht aus dem obigen Briefe, wie der 
freundliche und liebevolle Empfang die Besorgnisse des Künst- 
lers beseitigt hat. Ein Brief, den er am folgenden Tage an 
Cassiano del Pozzo richtete, zeigt dieselbe glückliche Stimmung. 
Er erzählt darin seinen Empfang bei Richelieu und dem Könige, 
der ebenfalls sehr günstig war. ßDie Bescheidenheitu, sagt 
Poussin, wverbietet mir zu erzählen, in welcher WVeise ich von 
Sr. Majestät aufgenommen wurdet. Sehr bald indess treten die 
Anzeichen einer gewissen Verstimmung hervor, die in dem der 
römischen Unabhängigkeit gewohnten Künstler, die sich hau- 
fenden Ansprüche seiner Stellung hervorriefen. Kaum drei M0- 
nate waren verflossen, als er (18. April 1641) an Cassiano del 
Pozzo, der in regelmässigem Briefverkehr mit ihm blieb, derartige 
Klagen aussprach. vAllerdingsw, sagt er, whabe ich die Gelegen- 
heit, wenigstens durch meine Bereitwilligkeit zu zeigen, wie sehr 
ich Ihnen zu dienen wünsche, besonders in dem Bildchen der 
Taufe Christi, das Sie mir aufgetragen haben (Louvre 433); aber 
mein guter Wille wird durch die Lastigkeit (importunitä) der- 
jenigen zu Schanden gemacht, von denen ich abhängig bin 
und die mir auch nicht eine Stunde freier Zeit übrig lassem. 
Bottari I. 375. Doch betreibt er eine persönliche Angelegen- 
heit seines Freundes mit lebhaftem Eifer. Vergl. auch die Briefe 
vom 11. Juni in den Lettres du Poussin p. 42 und vom 25. Juli 
bei Bottari I. 377.
        

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