Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390570
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Wesenheit dafür zu sorgen, die, wenn ich irgend kann, nicht 
allzulange dauern wird. Und da Sie nun doch einmal dazu ge- 
boren sind, um sich meiner anzunehmen, so bitte ich Sie auf 
das Dringendste, die Lasten, die ich Ihnen bereite, mit jener 
Grossmuth auf sich zu nehmen, die Ihnen so ganz eigen ist und 
mir zu gestatten, dass ich Ihnen dafür mit dem Gefühl meiner 
tiefsten Ergebenheit danke. Der Herr möge Ihnen ein langes 
und glückliches Leben schenken, womit ich mich Ihnen auf das 
Ehrerbietigste empfehle. 
Bottari (Racc. II. 489) nennt den Carlo Antonio vCom- 
mendatoret, offenbar aus Verwechselung mit dem Bruder.  In 
der Collection de lettres du Poussin, wo der Brief mit mancherlei 
Abweichungen übersetzt ist, S. 25, wird er Erzbischof von Pisa 
genannt. In den Erläuterungen S. 368 wird der Irrthum einge- 
sehen. Der Erzbischof von Pisa war Cousin Cassiands, viel älter 
als dieser und starb schon 1607. Er hatte Cassiano erzogen. Der 
oben genannte Carlo Antonio ist ein Bruder Cassiands, welcher 
diesem 1657 in dem Komthur-Amte des Ordens vom h. Stephanus 
nachfolgte. Dies war erblich in der Familie. Ughelli ltalia sacra 
III. 490.  Unser Brief ist ganz kurze Zeit nach P0ussin's An- 
kunft in Fontainebleau geschrieben. Allerdings war die Berufung 
schon im Anfang des Jahres 1639 geschehen und von Poussin 
angenommen. Aber es wurde ihm zu schwer, sich von dem ge- 
liebten Rom loszureissen, um allsogleich dem Rufe Folge zu 
leisten. vlch bin der Ansichtß, schreibt er schon am 17. August 
1639 an seinen Freund Lemaire, vdass ich eine grosse Thorheit 
begangen, indem ich mein Wort gegeben und mir, bei einem 
Zustande, wie der meinige ist, und zu einer Zeit, wo ich eher 
der Ruhe, als neuer Mühen bedurfte, die Verpflichtung auferlegt 
habe, den Frieden und die Annehmlichkeit meines kleinen 
Hauses um eingebildeter Dinge wegen zu verlassen, die mir 
vielleicht gerade zum Unheil ausschlagen werden. Alle diese 
Dinge sind mir täglich durch den Kopf gegangen und thun es 
noch jetzt, mit einer Million anderer, die mir noch peinlicher 
sind. Und trotzdem werde ich immer zu demselben Entschluss 
kommen, nämlich abzureisen und zwar werde ich es bei der 
ersten Gelegenheit thun, obschon in einem Zustande, als 0b 111611 
mich durchschneiden und in zwei Hälften trennen wollten. Im 
December desselben Jahres bittet er De Noyers, ihn seiner Ver- 
17'
        

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