Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387774
XXVII 
trefTlichkeit einer so edeln Kunst gar keine Idee mehr häbenlcc 
Wollte Gott, dass diese Klage blos die Nachfolger Caravaggids 
im siebzehnten Jahrhundert träfel 
So wurde, gleichzeitig mit den Reformationsbestrebungen 
der Caracci, eine Schule begründet, die in Rom selbst auf lange 
Zeit hinaus eifrige Nachfolger fand, und die sich durch Cara- 
Vaggids Flucht aus Rom nach Neapel übertrug, das fortan der 
Hauptsitz des Naturalismus wurde, bis Salvator Rosa denselben in 
edlerer Weise in Rom zur Geltung brachte. Was das Leben Cara- 
vaggids anbetrifft, so genügen hier wenige Bemerkungen. Es bil- 
det einen recht entschiedenen Gegensatz gegen das des Lodovico 
Caracci, wie auch Charakter und Kunstweise der beiden Meister 
einen solchen Gegensatz bilden. Seine Berührungen mit Guido 
Beni und Guercino werden weiter unten an den betreffenden 
Stellen erwähnt werden; ein Mord vertrieb ihn aus Rom. In 
Neapel überträgt er seine Kunstweise auf Spagnoletto; von Nea- 
pel geht er nach Malta, wo er durch das Porträt des Grossmei- 
sters (jetzt im Louvre) grosse Ehre, eine goldene Kette und das 
Ritterkreuz gewinnt, bald aber wegen eines Zwistes mit einem 
Ritter in's Gefängniss geworfen wird. Er entflieht nach Sicilien, 
wo seine Kunstweise, namentlich durch Mario Minniti, grosse 
Ausbreitung findet. Endlich, nachdem ihm der Kardinal Gon- 
zaga die Rückkehr nach Rom ermöglicht hatte, macht er sich 
auf den Heimweg. Auf dieser Rückreise fand er, wohl haupt- 
sächlich in Folge allzu leidenschaftlicher Aufregung, seinen Tod 
an der Meeresküste, und von aller menschlichen Hülfe entfernt. 
vEr starb schlechtß sagt ein Berichterstatter, vwie er schlecht 
gelebt hatte. u 
Dies die kunstgeschichtliche Seite des Kampfes, der von 
zwei entgegengesetzten Seiten gegen den Manierismus unter- 
nommen wurde. Es hat nun aber dieser Kampf, wie alle Er- 
scheinungen der Kunstgeschichte, neben der rein künstlerischen 
auch noch eine kulturgeschichtliche Seite, die wohl beachtet
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.