Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390550
257 
wie von meinen jetzigen Verhältnissen und dem Orte Nachricht 
zu geben, wo ich mich jetzt befinde, damit ein Gönner, wie Sie, 
wisse, wohin seine Aufträge und Befehle zu richten seien, leh 
habe die Reise von Rom nach Fontainebleau in guter Gesundheit 
zurückgelegt und bin dort im Palast mit grossen Ehrenbezeu- 
gungen von einem Edelmann, im Auftrage des Herrn De Noyers 
empfangen worden, wie man mich daselbst auch während des 
Zeitraums von drei Tagen auf das Prächtigste bewirthet hat. 
Sodann bin ich von besagtem Herrn in einer Staatskutsche nach 
Paris gebracht worden, wo ich sogleich nach meiner Ankunft 
dem besagten Herrn De Noyers meine Aufwartung machte, der 
mich auf die liebevollste Weise umarmte und mir seine Freude 
über meine Ankunft zu erkennen gab. Am Abend geleitete man 
mich auf seinen Befehl nach dem Orte, den er mir zu meiner 
Wohnung bestimmt hatte. Es ist dies ein kleiner Palast, denn 
so muss ich ihn nennen, mitten im Garten der Tuilerien. Er 
enthält in drei Stockwerken neun Zimmer, ohne die davon 
getrennten unteren Wirthschafts-Raumlichkeiten, wie Küche, 
Wächterwohnung, Stall, so wie einen Ort, um darin während 
des Winters den Jasmin aufzubewahren, nebst drei anderen zu 
allerhand anderen nothwendigen Dingen sehr bequemen Räumen 
und Gelassen. Ueberdies beiindel: sich dabei ein schöner und 
grosser Garten, voll von Obstbäumen und den mannigfaltigsten 
Blumen und Pflanzen mit drei Fontainen und einem Brunnen, 
ausser einem schönen Hofraum, wo sich noch andere Obstbäume 
befinden. Nach allen Seiten habe ich ganz freie Aussichten und 
zur Sommerszeit muss es hier, glaube ich, ein wahres Paradies 
sein. Bei meinem ersten Eintritt fand ich schon das ganze mitt- 
lere Stockwerk in Stand gesetzt, und auf eine höchst anständige 
Weise mit Mobilien versehen, wie man auch für alle nothwen- 
digen Vorräthe bis auf das Holz und eine Tonne guten zweijäh- 
rigen Weines Sorge getragen hatte. Drei Tag lang aber wurde 
ich mit sammt meinen Freunden auf Kosten des Königs be- 
wirthet. Den Tag darauf führte mich besagter Herr De NOYGPS 
zu Seiner Eminenz, die mich mit aussergewöhnlichem Wohl- 
Künstler-Briefe. n. 17
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.