Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390545
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Poussin erhielt diesen Brief des Königs zugleich mit einem 
Schreiben des Ministers De Noyers (datirt von Ruel 14. Januar 
1639), worin dieser zunächst Poussin seine Ernennung zum 
Ober-Intendanten mittheilt. vDa ich nuna, heisst es darin, 
weine ganz besondere Liebe zur Malerei habe, so war ich so- 
gleich entschlossen, diese Kunst, wie eine theuere Geliebte zu 
pflegen und ihr die Erstlinge meiner Bemühungen zu widmem. 
Als solche betrachtet er die Berufung P0ussin's. Die Bedingun- 
gen, unter welchen dieselbe geschah, bestanden in einem jahr- 
lichen Gehalt von 1000 Thalern, einer Reise-Entschädigung von 
100 Thalern und bequemer Wohnung in einem königlichen Ge- 
bäude zu Paris oder Fontainebleau nach freier Wahl Poussin's, 
mit anständigem Meublement u. s. w. Er brauche weder Decken 
noch Gewölbe auszumalen, sei nur auf fünf Jahre verpflichtet, 
dürfe aber nur mit De Noyers' besonderer Erlaubniss für Privat- 
personen arbeiten. In Folge dieser Berufung nun schrieb Poussin 
zunächst den obigen Brief vom 19. Februar an seinen Freund, 
den königlichen Hofmaler Jean Lemaire in Paris nebst einem 
andern an Herrn von Chantelou, und am Tage darauf ein ausserst 
ergebenes Dankschreiben an den Minister, worin er denselben 
um Aufschub der Abreise bittet; in einem, wie es scheint, bald 
darauf geschriebenen Briefe ohne Datum, Lettres du Poussin 
p. 15, dankt er dem Minister für einen Wechsel auf 1000 Thaler, 
den ihm dieser zur Reise geschickt hatte. Er hoffe, erst in Paris 
davon Gebrauch zu machen. In Rom wolle er nur das Nöthigste 
erheben. Der Brief ist ebenfalls ganz von Dankbarkeit und Er- 
gebenheit erfüllt und vvotre esclavei unterzeichnet.  So war 
denn Poussin mit der goldenen Kette gefesselt, deren Druck er 
nur allzubald auf das Schmerzlichste empfinden sollte. 
NICOLAS Ponssm 
an 
CARLO ANTONIO 13m. Pozzo. 
Paris, 
1641. 
6. Januar 
Indem ich mich auf die gewohnte Güte verlasse, welche 
Ew. Herrl. stets gegen mich bewiesen hat, habe ich es für meine 
Pflicht gehalten, Ihnen von dem guten Erfolg meiner Reise, so
        

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