Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390512
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Herrn De Noyers Schreiben; inzwischen ersuche ich Sie instan- 
digst, ihn auch von Ihrer Seite zu bitten, etwas Geduld zu ha- 
ben, und dabei in Betracht zu ziehen, dass mein eigener Ent- 
schluss sowie seine Befehle mir ganz unerwartet gekommen 
sind, während ich schon die gegenwärtigen Verbindlichkeiten 
eingegangen war. 
Ueberdies beschwere ich Sie, mir Ihre Meinung zu sagen, 
wie ich mich gegen Herrn De Chantelou zu benehmen habe in 
Betreff seines Bildes. Dasselbe wird zurMittfastenzeit fertig 
sein, es enthält ausser der Landschaft sechsunddreissig oder 
vierzig Figuren, und ist, unter uns gesagt, seine 500 Thaler so 
gut wie 500 Sous 1) werth. Da ich nun diesem Herrn jetzt sehr 
verpflichtet bin, so wünschte ich wohl, mich ihm dankbar zu 
erweisen; ihm aber ein Geschenk damit zu machen, wäre, wie 
Sie wohl einsehen werden, eine Freigebigkeit, die sich nicht gut 
für mich schicken würde. Ich bin also entschlossen, ihn wie 
Jemanden zu behandeln, dem ich verpflichtet bin  bin ich 
dann erst dort, so werde ich ihm meine Dankbarkeit auf viel 
bessere Weise bezeugen können. Bringen Sie also die Sache 
mit ihm in Ordnung, wie es Ihnen am passendsten erscheinen 
wird. Ich möchte 200 Thaler nach hiesigem Gelde dafür haben, 
Wobei ich ihm meiner Berechnung nach 100 und darüber er- 
lasse; jedenfalls möge er darin verfahren, wie es ihm gefällt. 
Denn wenn ich ihm schreibe, so will ich ihm nichts Anderes 
sagen, als dass sein Bild fertig ist, und dass er nur bestimmen 
möge, was ich damit zu thun habe, und an wen ich es geben 
soll, so dass er es erhalte. Sie würden mir auch einen grossen- 
Gefallen erweisen, wenn Sie erfahren könnten, wozu man mich 
dort verwenden will, und Weiches eigentlich die Absicht des 
Herrn De Noyers ist, hier zu Lande so viel Maler, Bildhauer 
und Architekten aufsuchen zu lassen  doch wünschte ich nicht, 
dass ein Anderer als Sie um diese meine Neugier wüsste. 
Die Sachen, die Sie von mir verlangen, wie den Azur und 
Im TeXl: 
Testons, 
geringe Kupfermünze. 
eine
        

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