Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390452
angeleitet, hatte er diesem Prälaten auch die Sicherung seiner 
"ausseren VerhältniSSe zu verdanken, indem ihm derselbe die 
von ihm für seine Familie gegründete Stelle eines  
thurs des Ordens vom Heiligen Stephanus verlieh; dazu gesellte 
sich bald die Verleihung einer reichen Pfründe an der Kathe- 
drale von Pisa, welche früher der Grossherzog Ferdinand  von 
Toscana, während derselbe noch Kardinal war, genossen hatte. 
So vom Glück begünstigt kehrte Cassiano nach Turin zurück, 
um sich der Rechtspraxis zu widmen. Bald erhielt er die Stelle 
eines Oberrathes an der Buota von Siena; er gab diese indess 
bald wieder auf, um in Rom seiner Neigung für die Studien des 
klassischen Alterthums nachhangen zu können. Er kam hier 
unter dem Pontifikat Urban's VIII. an, und erlangte sehr bald 
die Stelle eines Sekretairs bei dem Kardinal Francesco Barbe- 
rini, der als Neffe des Papstes die Stelle eines Vice-Kanzlers 
des h. Stuhles bekleidete. Das Haus dieses Pralaten war einer 
der glanzendsten Mittelpunkte für das künstlerische und litera- 
rische Leben der Hauptstadt, und Cassiano del Pozzo hatte so 
Gelegenheit, mit den bedeutendsten Persönlichkeiten in nähere 
Berührung zu treten. Die Reisen, die der Kardinal als Legat 
nach Frankreich und Spanien unternahm (1625 und 1626), und 
auf denen ihn Cassiano begleitete, veranlassten seine persön- 
liche Bekanntschaft mit Peiresc (s. o. S. 137. 152). Sein Einfluss 
am Hofe war so gross, dass man glaubte, er würde Kardinal 
werden (Felibien IV. 15). Er benutzte denselben hauptsächlich, 
um den Künstlern, denen er als Kenner und Freund der 
Künste seine Gunst zuwendete, von Nutzen zu sein. Wir lern- 
ten ihn schon oben in einem solchen Verhältniss zu Domeni- 
chino kennen. Auf seine Bekanntschaft mit Bernini scheint 
wenigstens der Umstand zu deuten, dass dieser Künstler ein 
besonderer Günstling der Barberini war; auf die mit Pietro 
Berettini von Cortona mehrere Briefe, die dieser Künstler an 
ihn gerichtet hat. Ferner war Testa sein besonderer, obschon 
nicht sonderlich dankbarer Schützling; nicht minder die be- 
rühmten Malerinnen Artemisia Gentileschi und Giovanna Gar- 
zoni. Andere wie Ammiani zu Pisa, Ligozzi zu Florenz, Saliani 
zu Avignon hat er mit Aufträgen betraut. Von den französischen 
Künstlern, die damals in so grosser Menge in Rom lebten, er- 
freute sich seiner Gunst Pierre Mignard und dessen wlnsepa- 
rableu Dufresnoy, der sich durch sein Lehrgedicht über die Ma- 
lerei berühmt gemacht hat; vor allen Anderen aber Nißolüs 
POUSSÜI, den er sich sowohl durch ausserliche Unterstützungen,
        

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