Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390307
ZöZ 
während seines Aufenthalts in Florenz vollendete, wird insbe- 
sondere die Darstellung eines Festes erwähnt, welches alljähr- 
lich auf einem Platze der Stadt gefeiert wurde, und in welchem 
dem Grossherzog Tribute und Geschenke von den Städten und 
Flecken Toskanafs sowie von den Vasallen (Feudatarij) des F ür- 
sten dargebracht wurden. Diese Darstellung hat Stella im Jahre 
1621 erfunden, gezeichnet und dem Grossherzog Ferdinand II. 
gewidmet. Der Stich des Blattes erfolgte, wie Felibien (der an 
eine von den Johanniter-Rittern aufgeführte Festlichkeit denkt, 
Vie des peintres, Amsterdam 1705 IV. p. 271) bemerkt, einige 
Zeit darauf, so dass die Aeusserung am Ende des Briefes offen- 
bar auf dieses Werk zu beziehen ist. Der ferner im Briefe er- 
wähnte Herr Wilhelm ist der durch Miniaturbilder und Kupfer- 
stiche bekannte Maler Wilhelm Baur aus Strassbitrg, der damals 
in Florenz lebte, und der Aufforderung Stella's, nach Rom zu 
kommen, in der That nachgegeben hat. Das Werk, woran ihm 
Stella Antheil verschaffen will, sind die Kupferstiche zu dem 
Buche des Padre Famiano Strada, ade Bello Belgicoa, dessen 
erste Dekade in Rom im Jahre 1632 erschienen ist. Die dazu 
gehörigen Abbildungen sind von Baur gestochen. Es sind 
Sehlachtenbilder mit zahlreichen kleinen Figuren und mit gros- 
ser Lebendigkeit ausgeführt, wie denn Baur gerade in solchen 
Gegenständen, ähnlich dem Callot und seinem Freunde Stella, 
besonderen Ruhm erworben hat. Was Stella selbst anbelangt, 
so war derselbe, nachdem er Florenz im Jahre 1623 verlassen 
(danach ist die bei Bottari mitgetheilte Jahreszahl des Briefes 1633 
verändert worden), lange Zeit in Rom namentlich auch für Papst 
Urban VIII. thätig (einer seiner Kupferstiche, den h. Georg dar- 
stellend, hat die Bezeichnung: Roma 1623), bis er im Jahre 1634 
die Stadt mit dem Marschall Creqni verliess, um in Paris eine 
sehr ehrenvolle und durch Aufträge vom Könige und dem Kar- 
dinal Richelieu sehr vortheilhafte Stellung einzunehmen. Von 
seinem Verhältniss zu anderen Künstlern ist zu erwähnen, dass 
zwischen ihm und Poussin eine grosse gegenseitige Achtung 
und Liebe bestand, und dass er eine besondere Vorliebe für die 
Kunstweise der Caracci gehabt hat, wie sich denn in seiner 
Sammlung zwei Bilder, eine Diana und eine Venus von Annibale 
Caracci befanden, die er sehr hoch schätzte. Der Schule der 
Caracci gehört auch der im Briefe erwähnte Giovanni (Luigi) 
Valesio an, ein von Bologna gebürtiger Maler und Kupferstecher, 
der, wie er mit vielen Literaten seiner Zeit, namentlich mit Don 
Ferrante Carlo und Marini in Verbindung stand, sich auch
        

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