Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390109
21:2 
Kinderwerk von grösserer Wichtigkeit unter den Händen habt 1). 
Euer Besuch soll uns jederzeit sehr angenehm sein. 
Ich glaube, dass meine Frau binnen wenigen Tagen nach 
Mecheln kommen wird, um nach Steen zu gehen und dann wird 
sie das Glück haben, Euch mündlich Glück zu wünschen. In- 
zwischen seid so gut, meine herzlichen Grüsse an Euren Herrn 
Schwiegervater und an Eure Frau Schwiegermutter auszurich- 
ten, die, wie ich hoffe, wegen Eures guten Betragens von Tag 
zu Tage mehr Freude an dieser Verbindung haben werden. 
Dasselbe wünsche ich Eurem Herrn Vater und Eurer Frau Mut- 
ter, die innerlich gewiss gelacht haben mag, dass die Reise nach 
Italien hintertrieben ist, und dass sie anstatt ihren lieben Sohn 
zu verlieren, noch eine Tochter dazu gewonnen hat, die sie 
mit Gottes Hülfe bald zur Grossmutter machen wird. Womit 
ich auf immer von ganzem Herzen verbleibe etc. 
Lucas Faid'herbe, am 20. Januar 1617 zu Mecheln geboren, 
war Bildhauer und Architekt und Schüler Rubens, der eine be- 
sondere Neigung für ihn hatte. Es sind mehre Beweise eines 
sehr innigen Verhältnisses zwischen beiden vorhanden. Vom 
17. August 1638 ein Billet Rubens an den Schüler, welcher das 
Haus in Antwerpen zu bewahren scheint. Rubens selbst ist in 
Steen, seinem Landsitze, und ersucht Faid'herbe, ihm eine Tafel 
mit drei Köpfen zu schicken oder selbst zu bringen  aber wohl 
verwahrt, damit man sie nicht auf der Reise sehen könne: 1m 
letzteren Falle solle er Allcs wohl verschliessen und keine Ori- 
ginale im Atelier stehen lassen. Der Gärtner Wilhelm soll Ro- 
salienbirnen und Feigen Schicken, sobald sie reif sind. Der 
Wein von Ay wäre verbraucht, sie warteten auf neuen. Er 
wünscht ihm, so wie der Susanne und Katharina eine gute Ge- 
sundheit. Gachet p. 280. 
Vom 5. April 1640 und von Antwerpen datirt ist ein Zeug- 
niss, welches Rubens dem Schüler ausstellt, um ihm zu bekun- 
den, dass, er bei ihm drei Jahre Schüler gewesen und dass er, 
in Anbetracht der nahen Beziehungen zwischen Malerei und 
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1) Het kindeken van ivoir en heeft geen haest; wam Ul. 
kinderwerck van meerder lmportantie onder handen heeft. 
ander
        

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