Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390070
209 
Auf der Seite befindet sich ein Thurm und ein Haus, doch 
kann ich mich nicht mehr auf den Namen derselben besinnen; 
ich weiss aber, dass der König sich bei Gelegenheit der Jagd 
dorthin begab. Die Berge gerade gegenüber auf der linken Seite 
sind die Sierra y Puerto de Butrago. Das ist Alles, was ich in 
Bezug auf diesen Gegenstand sagen kann, und damit verbleibe 
ich Ihr ganz ergebener Diener. 
N.S. Ich habe vergessen zu sagen, dass wir oben auf dem 
Gipfel viel Wildpret gesehen haben, wie auch auf dem Bilde 
dargestellt ist. 
Dieser von van Hasselt aus der "historischen Levensbe- 
schryving van P. P. Bubensa in französischer Sprache mitge- 
theilte Brief (Vie de Rubens p. 169 s.) ist an den uns schon be- 
kannten Maler Gerbier gerichtet (S. 143. u. 181), und wahrschein- 
lich gegen Ende des Jahres 1639 oder Anfang 1640 geschrieben. 
Er ist in mehrfacher Beziehung wichtig, indem er einmal die 
grosse Genauigkeit und Treue bekundet, mit der Rubens bei 
solchen Aufgaben zu Werke ging, und weil er ferner ein allge- 
mein bekanntes Bild, die in Dresden befindliche Ansicht des 
Escurial (Katalog der Königlichen Gemäilde- Gallerie in Dresden 
Nr. 373) betrifft. Bei den zwischen England und Spanien ob- 
waltenden politischen Beziehungen scheint Karl I. den Wunsch 
gehabt zu haben, eine Ansicht des Escurial zu besitzen. Gerbier 
ertheilte dann dem ihm und dem König persönlich befreundeten 
Rubens den Auftrag. Rubens liess das Bild, das er auf seiner 
spanischen Beise nach der Natur gezeichnet zu haben scheint, 
durch einen Schüler, vielleicht Mompers, unter seiner Lei- 
tung ausführen, und sendete es nebst der obigen sehr ge- 
nauen und in dieser Genauigkeit fast naiven Beschreibung nach 
England, wo sich gegenwärtig noch vier Exemplare dieser An- 
sicht befinden (Van Hasselt pag. 362). Waagen, Kunstwerke in 
England II. 268.  
Kiknntler-Briefe.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.