Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1390062
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insbesondere wenn man das hohe Alter des Meisters in Betracht 
zieht, recht deutlich bekunden, dass das Kunstwerk aus dem 
innersten Grunde dieses edlenHerzens hervorgegangen ist. 
RUBENS 
an 
GERBIER. 
1639 
[Antwerpem 
Ich übersende Ew. Herr]. die Ansicht von S. Lorenzo en 
Escurial, welche der Maler nach seinem Vermögen, unter mei- 
ner besonderen Anleitung vollendet hat. Wolle Gott, dass das 
Ungewöhnliche des Gegenstandes Sr. Majestät einige Unter- 
haltung verschaffen könne. Das Gebirge heisst die Sierra de 
S. Juan en Malagon; es ist sehr hoch und steil 1) und das Hin- 
auf  und Heruntersteigen sind mit vielen Schwierigkeiten ver- 
knüpft; wir hatten damals die Wolken tief unter uns, während 
der Himmel über uns sehr hell und rein war. Auf dem höch- 
sten Gipfel befindet sich ein grosses hölzernes Kreuz, welches 
man von Madrid aus sehr gut sehen kann, und dabei eine kleine 
Kirche, welche dem h. Johannes geweiht ist, die aber auf dem 
Bilde nicht dargestellt werden konnte, denn wir hatten dieselbe 
hinter uns. Es wohnt auch ein Eremit dort, den man auf dem 
Bilde in seinem Chorkleide?) erblickt. Es bedarf wohl kaum 
der Bemerkung, dass unten das herrliche Gebäude des Escurial 
liegt, mit dem dazu gehörigen Dorf und den Baumgängen, und 
dabei La Frisneda mit seinen beiden Teichen und der Weg nach 
Madrid, welchen man oben nahe bei Loupont erblickt. Der mit 
Schnee bedeckte Berg heisst die Sierra Tocada, weil sein Haupt 
fast immer wie mit einem Schleier umhüllt ist 3). 
l) "Erle" bei Van Hasselt; es ist das italienische verto" gemeint, 
2) Was das von van Hasselt unübersetzt gelassene Wort Coricou 
anbetriHt, so scheint darunter ein Chorgewand zu verstehen zu Zeig, 
3) Tocado bedeutet in der spanischen Sprache einen weiblichen Kopfputz.
        

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