Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389972
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werden) niSt die berühmte Kreuzigung Petri zu Köln,  Welchen 
Gegenstand sich Rubens selbst aus dem Leben des Heiligen aus- 
gewählt hat. Der Körper des Heiligen krümmt sich gewaltsam 
an dem Kreuze, woran er, den Kopf nach unten, angenagelt wird. 
Er beugt das Haupt rückwärts; in seinem Gesicht sind die Qua- 
len ausgedrückt, welche er leidet; sein geöffneter Mund Vef5inn_ 
licht schrecklich sein Angstgeschrei. Sechs Schergen sind um 
ihn beschäftigt, alle, wie Petrus selbst, von sehr robustem Kür- 
perbau. In der Luft erscheint der Engel mit Märtyrerkranz und 
Siegespalme. Die einzelnen Theile dieses Bildes sind sorgfälti- 
ger studirt als gewöhnlich" (d. h. in der späteren Zeit seiner 
Thätigkeit), vdie Beleuchtung des Ganzen, die Tiefe, Klarheit 
und Sättigung der Farben ist meisterhaft. Dasselbe gewinnt 
noch dadurch an Interesse, dass es, da es eines der letzten, WO 
nicht das letzte grössere YVerk ist, welches Rubens gemalt hat, 
beweist, wie er auch noch im Alter im vollen und ungeschwäch- 
ten Besitze seiner Meisterschaft gewesen ism 
RUBENS 
311 
FRANCISOUS Jnnws. 
Antwerpen, 
1. August 1637. 
Sie werden sich gewiss sehr gewundert haben, dass ich 
Ihnen erst jetzt von dem Empfang Ihres Briefes, so wie Ihres 
Schreibens vom 24. Mai Kunde gebe, in welchem Sie Ihre Ah- 
sicht aussprechen, den gegenwärtigen Brief an mich zu richten. 
Ich ersuche Sie, zu beachten, dass noch nicht mehr als vierzehn 
Tage seit dem Empfange desselben verllossen sind. Ein Herr 
aus dieser Stadt, mit Namen Leo Hemselroy, hat mir denselben 
überbracht und sich sehr wegen seiner Verzögerung entschul- 
digt. Dies ist der Grund, weshalb ich nicht früher geantwortet 
habe. Ueberdiess wünschte ich, den Brief vorher genau durch- 
zulesen, wie ich auch jetzt mit grosser Aufmerksamkeit gßihan 
habe. Ich kann in Wahrheit sagen, dass Sie unserer Kunst eine 
sehr hohe Ehre erwiesen haben, wdurch diesen unerschöPflichen
        

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