Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389955
London eines Altarbildes bedürfen könnte. Was die Zeit anbe- 
langt, so würde ich anderthalb Jahre gebrauchen, um Ihrem 
Freunde mit Lust und Bequemlichkeit dienen zu können. Was 
aber den Gegenstand betrifft, so würde man denselben am besten 
nach Maassgabe der Grösse des Bildes auswählen, indem gewisse 
Gegenstände sich besser in einem grösseren, andere dagegen 
besser in einem mittleren oder kleinen Raume behandeln lassen. 
Wenn ich indess einen Gegenstand in Bezug auf den h. Petrus 
nach meinem Geschmack erwahlen oder wünschen sollte, so 
müsste es dessen Kreuzigung mit den Füssen nach oben sein, 
welche für mich Gelegenheit geben würde, etwas Aussergewöhn- 
liches zu machen. Uebrigens aber überlasse ich die Wahl dem- 
jenigen, auf dessen Kosten das Bild gemacht werden soll und bis 
ich die Maasse des Stückes werde gesehen haben. Ich habe eine 
grosse Liebe für die Stadt Köln, indem ich daselbst bis zum 
zehnten Jahre erzogen worden bin, und oftmals nach so langen 
Jahren habe ich den Wunsch gehegt, dieselbe noch einmal wie- 
der zu sehen; doch fürchte ich, dass die Gefahren der Reise, so 
wie meine Beschäftigung diesem, so wie vielen anderen meiner 
Wünsche entgegen sein werden. Und damit empfehle ich mich 
von ganzem Herzen Ihrer freundlichen Gunst und bleibe für 
immer etc. 
Gachet Lettres p. 276. Geldorp war ein vielleicht aus 
Köln gebürtiger Maler, der, wie es scheint, in glänzenden Ver- 
hältnissen in London lebte. Rubens ist mit ihm wohl bei seinem 
Aufenthalt in London bekannt geworden. Geldorp hatte sich 
nun im Namen seines Freundes, des reichen Kaufmanns und 
Kunstliebhabers Jabach zu Köln, an Rubens gewendet, um ihm 
das im Brief erwähnte Bild aufzutragen. In einem Briefe, datirt 
Antwerpen 2. April 1638, meldet Rubens an Geldorp, dass das 
Bild schon sehr weit vorgerückt sei, und dass er hoffe, wes 
werde eines der besten Werke werden, die je aus seiner Hand 
hervorgegangen seienu. Er könne dies seinem Freunde dreist 
schreiben. Zugleich aber bittet er, ihm Zeit zu lassen, vdamit 
er es mit Lust ausführen könne, denn so überladen er mit all- 
deren Arbeiten auch sei, so fessele ihn doch der Gegenstand 811 
dieses Bild mehr als an irgend ein Anderes von denen, die er
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.