Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389894
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diese Erwähnung nichts Anderes vals eine nothgedrungene und 
unzeitige Pllicht-Erfüllung und eine lästige Erneuerung Deines 
Schmerzes sein, indem man das Vergessen der Vergangenheit 
viel eher befördern, als unterbrechen sollte. Denn wenn von der 
Philosophie einiger Trost zu erwarten ist, so Steht Dir ein 
reicher Schatz des Trostes bei Dir selber offen! Ich weise Dich 
auf Deinen Antoninus, aus dessen Ueberlluss Du wie ein Ver- 
Walter noch Deinen Freunden mittheilen kannst. Ich will nur 
das eine traurige Trostmittel hier hinzufügen, dass wir in einer 
Zeit leben, in welcher das Leben, gleich wie dem Schwim- 
mer das Schwimmen, um so leichter ist, je weniger man mit 
sich führte. 
Von unsern öffentlichen Angelegenheiten weiss ich nichts 
zu sagen vals dem Schicksal, um nicht Götter und Menschen 
anzuklagem die Schuld des Verlustes von Wesel und Alles, was 
daraus folgen wird , zuzuschreiben. Nun haben die Holländer 
Recht, sich als vdas auserwählte Volks betrachten zu lassen, 
und zu Gott zu sagen: vWir aber sind Dein Volk und Deine 
Heerdelc Denn es scheint in der That ein Schlag der göttlichen 
Vorsehung zu sein, "die der Unerfahrenheit zu Hülfe kommt, 
so oft der guten Sache irgend ein Nachtheil erwächstw. Ich 
fürchte, dass sich Herzogenbusch auch nicht lange mehr wird 
halten können, obschon einige noch Hoffnung auf die begin- 
nenden Regengüsse setzen; ich glaube indess, dass dies Wasser- 
volk auch dagegen seine Vorkehrungen getroffen hat 1). 
Nach meiner Rückkehr verlange ich gar sehr, und dennoch 
fürchte ich, unter so ungünstigen Verhältnissen die Heimath 
wiederzusehen. Trotzdem aber werde ich nicht einen Tag län- 
ger bleiben, sobald Don Carlos Coloma hier angelangt sein wird. 
Dies aber wird bald geschehen, indem der Gesandte, der von 
hier nach Spanien gehen soll, schon im Begriff abzureisen ist; 
er gedenkt in höchstens vierzehn Tagen die Reise anzutreten, 
und an demselben Tage soll ich einen Expressen an Don Carlos 
Maer ick meyne, dat dit waler- 
-volck daer ook al in versien heeft.
        

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