Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389861
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Gegenwart. Doch habe ich deshalb noch nicht die Hoffnung 
aufgegeben, meinen Wunsch, nach Italien zu gehen, erfüllt zu 
sehen, im Gegentheil steigert sich die Lust dazu von Tag zu 
Tage und ich versichere Sie, ich werde nicht zufrieden sterben, 
wenn mir das Schicksal diese Gunst versagen sollte. Und dann 
kann EW. Herr]. überzeugt sein, dass ich auf der Hin- oder 
Rückreise, lieber aber auf der ersteren, Ihnen in Ihrer gesegne- 
ten Provence meine Ergebenheit bezeugen werde, was für mich 
das grösste Glück auf der ganzen WVelt sein würde. 
Wenn ich wüsste, dass mein Porträt noch in Antwerpen 
wäre, so würde ich es noch daselbst zurückhalten lassen, um 
die Kiste zu öffnen und nachzusehen, 0b es nicht gelitten oder 
nachgedunkelt habe, wie es mit frischen Farben öfter zu gehen 
pflegt, wenn sie, wie es hier der Fall ist, so lange Zeit in einer 
Kiste eingeschlossen und von der Luft unberührt geblieben sind. 
S0 könnte mein Porträt auch nicht mehr so aussehen, als es ur- 
sprünglich gewesen ist. Sollte es wirklich in einem so üblen 
Zustande bei lhnen anlangen, so ist das beste Mittel dagegen, es 
öfter an die Sonne zu setzen, indem dadurch der Ueberfluss an 
Oel, welcher solche Veränderungen bewirkt, aufgezehrt wird, 
und wenn es von Zeit zu Zeit wieder nachdunkeln will, so muss 
es von Neuem den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, welche 
das einzige Mittel gegen diese Herzkrankheit sind 1). Und da 
ich nichts Anderes mehr zu sagen habe, küsse ich Ew. Herrl. 
in aller Liebe die Hand und empfehle mich mit aufrichtigem 
Herzen Ihrem freundlichen Wohlwollen, so wie dem des lie- 
benswürdigen Herrn Valaves, und indem ich Ihnen Beiden 
meine ergebensten Dienste zur Verfügung stelle, verbleibe ich 
auf ewig Ihr etc. 
N. S. Ich kann nicht unterlassen, jedesmal, wenn ich 
schreibe, den mir sehr befreundeten Herrn De Picqueri Ihrem 
1) Morbo cardiaco. Wäre Treue nicht die erste Piiicht des Ueber- 
setzers, so hätte man die Worte des Originals witziger durch Lebele 
krankheit" oder „Gelbsucht" wiedergeben können, zumal da das Ngchdun- 
keln "ingialdire" (Gelbwerden) heisst.
        

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