Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389830
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Kriegesgott und die Harpyen abwehrt. Ein Werk, in dem na- 
mentlich die Gruppen der Frauen und Kinder nin Schönheit der 
Köpfe, Naturgefühl in der {leissigen Ausführung, Sättigung und 
Klarheit des hcllgoldenen Fleischtons zu dem Schönsten gehö- 
ren, was Bubcns je gemalt hat". Waagen Kunstwerke und 
Künstler in England I. 216 und 478. Rubens hat das jetzt in 
der National-Gallerie in London befindliche Bild dem Könige 
geschenkt, was wohl beachtet zu werden verdient, um die 
schon öfter berührten und widerlegten Vorwürfe, die man gegen 
Rubens wegen seiner vermeintlichen Geldgier erhoben hat, in 
richtigem Lichte erscheinen zu lassen. 
RUBENS 
PEIRESC. 
anv 
9. August 1629. 
London, 
Wenn es mir vergönnt wäre, über meine Angelegenheiten 
nach eigenem Wunsche zu verfügen "et sponte mea componere 
curas1)i, so würde ich schon mit Ew. Herr]. zusammen gewesen 
oder es gegenwärtig noch sein. Aber ich weiss nicht, welcher 
gute oder böse Geist mich gegen den Faden meiner Entwürfe in 
ganz entgegengesetzte Gegenden entführt. Allerdings finde ich 
auf diesen meinen Reisen Genuss daran, so viel verschiedene 
Länder und vvieler Menschen Sitten und Städten zu sehen. Und 
wahrlich, auf dieser Insel hier finde ich keineswegs die Barbarei, 
die man wegen seines, von italienischer Amnuth so weit ent- 
fernten Klimafs voraussetzen möchte; im Gegentheil gestehe ich, 
dass ich in Bezug auf ausgezeichnete Malereien von Meistern 
ersten Ranges, deren nie eine so grosse Menge zusammen ge- 
sehen habe, als in der Gallerie des Königs und des verstorbenen 
L 
1) Ich habe die obigen lateinischen Worte in der Urspraehe stehen 
liiSSen, weil sie fast ganz dasselbe, als die Anfangswerte des Briefes be- 
sagen, und die Uebersetzung somit schleppend gewesen wäre.
        

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