Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389779
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den Befehl des Königs erhalten und ich weiss nicht, durch 
Welche Kunstgriffe zurückgewiesen oder umgangen hat, W35 
da geschehen wird, Weiss ich nicht, Wohl aber durchschaue ich 
klar, in welcher Absicht und zu welchem Ende dies Alles ge- 
schieht. Das Uebrige ruht in dem Schoosse der Götter. Mehr 
zu sagen, ist weder erlaubt, noch von Nutzens. 
Der Verlust der Flotte hat hier grosses Aufsehen und Lär- 
men gemacht; so lange man indess noch keine Nachricht von 
unserer Seite davon hat, darf man noch nicht daran glauben. 
Es ist indess nach der Meinung des Volkes nur allzuwahr, vdass 
der Verlust ein ungeheurer sei, und dass sie denselben mehr 
der eigenen Thorheit und Nachlässigkeit, als dem Geschicke 
zuschreiben, indem sie oftmals und noch zu rechter Zeit gewarnt 
worden sind, ohne zur Abwendung des Uebels Vorkehrungen 
zu treffen oder für Schutz zu sorgen. Sie würden hier  wun- 
derbar genug!  nicht nur Viele, sondern fast Alle übermässig 
erfreut sehen, indem sie der Meinung sind, das öffentliche Miss- 
geschick mit Recht auf den Zwist und Neid der Regierenden 
schieben zu dürfen. So gross ist die Macht des Hasses, dass 
man über die Süssigkeit der Rache das eigene Unglück vergisst, 
ja dasselbe gar nicht einmal fühlt! 
Mir thut nur der König leid, der von der Natur mit allen 
Gaben des Körpers und des Geistes ausgestattet  denn ich 
habe ihn durch täglichen Umgang in- und auswendig kennen 
gelerntl)  jedes Glückes würdig und einer jeden Herrschaft 
fähig wäre, wenn er nicht sich selbst zu wenig und Andern 
zu viel vertrauen wollte. Nun aber leidet er die Strafe, welche 
seine eigene Leichtglaubigkeit und die Thorheit Anderer ver- 
wirkt haben, und trägt den Hass, der eigentlich nicht ihm 
l) Man verzeihe den etwas trivialen Ausdruck, der aber die eigen- 
thümlichen Worte Rubens „intus et in cute", inwendig und auf der Haut, 
am nächsten zu kommen und überhaupt dessen mitunter derber Ausdrucks- 
weise am besten zu entsprechen scheint. 
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