Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389717
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nach einem feindlichen Lande gegangen wäre. [Jedoch Scheint 
sich dieser Nebel jetzt zerstreuen zu wollen, indem das Licht 
der Wahrheit durchzubrechen beginnt Im Uebrigen habe 
ich diesen Hof in solcher Ruhe und so fern von allem Wirrwarr 
wiedergefunden, als ob man im tiefsten Frieden lebte. 
In Bezug auf den Kanal hegt man gute Hoffnungen, jedoch 
werde ich Ew. Herrl. Genaueres bei Ankunft des Don Giovanni 
von Medici mittheilen können. Er ist der Leiter dieses Unter- 
nehmens und wird von Stunde zu Stunde bei Hofe erwartet, und 
ich bin auf das Engste mit ihm befreundet. Und da ich nichts 
Anderes mitzutheilen habe, küsse ich schliesslich Ew. Herrl. und 
Ihrem Herrn Bruder ergebenst die Hand und empfehle mich 
mit aufrichtigstem Herzen Ihrem gütigen Wohlwollen. 
Gachet Lettres p. 89. Der Brief ist nach der Rückkehr 
von einer Reise nach Paris geschrieben, die Rubens wahrschein- 
lich in der Angelegenheit der zweiten Gallerie unternommen 
hat. Einen politischen Zweck scheint dieselbe nicht gehabt zu 
haben, Klose erwähnt ihrer auch gar nicht. Was jenes Gerücht 
anbetrifft, wonach Rubens nach London gegangen sein sollte, so 
"aussert derselbe in einem Briefe vom 18. Februar 1627, dass 
die Verleumdung gewichen sei, wie der Nebel vor der Sonne. 
Mit Hülfe Gottes und seiner Unschuld habe er die gewohnte 
Gunst seiner Gönnerin Isabella und des Minister, Marchese Spi- 
nola, wiedergewonnen, die sich bei ihm wegen dieses aus viel- 
fachen falsohen Mittheilungen hervorgegangenen Verdachtes 
entschuldigt hatten. Gachet p. 95.  Der Kanal, dessen Bau 
Rubens ungemein interessirte, hatte den Zweck, den Rhein mit 
der Maas zu verbinden, und sollte sogar bis Antwerpen fortge- 
führt werden. Ein grosses Unternehmen, mobilen wie Rubens 
in einem Briefe vom 18. Januar d. J. sagt. Er sieht voraus, dass 
derselbe Gegenstand vieler Kämpfe werden würde. Dass er 
unter dem Schutz der Waffen hergestellt werden müsse, sei gut, 
indem die Einquartierung der Soldaten zum grossen Wohle der 
Städte und Dörfer dadurch vermieden würde. Diese Kantonni- 
rungen aber, als ein Mittelding zwischen Nichtsthun und An- 
Rubens' 
1) Randbemerkung von 
Hand.
        

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