Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389687
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überall verkauft werden und von denen einige der ausgesuch- 
testen nach Brüssel gebracht worden sind. 
In Holland allerdings ist die Sache durch den Druck in 
ganz entgegengesetzter Weise veröffentlicht worden, wonach 
denn der Graf Heinrich geschlagen worden sein soll. Aber das 
sind Scherze eines volksthümlichen Staates, um die Masse des 
Volkes in guter Laune zu erhalten. Unser Hof aber, das 
kann Ew. Herrlichkeit mir glauben, ist dazu zu gemässigt, 
und dies rührt von der Mässigung der Erl. Infantin und der 
Weisheit des Marchese Spinola her, welche solche Eitelkeiten 
verabscheuen, und es wird sich bei uns ein Befehlshaber wohl 
hüten, eine falsche Nachricht zu geben. Denn da der Marchese 
die Wahrheit selbst erfahren kann, so würde ein solcher seinen 
ganzen Kredit für die Zukunft opfern. Von allen Seiten bestä- 
tigen sich die Nachrichten, dass Tilly mit seinem Heere bis in 
die Nähe von Bremen vorgerückt sei und dass er die Absicht 
hege, den Winter bei der Belagerung dieser Stadt zuzubringen. 
Der Türke hat mit dem Kaiser gebrochen und sich mit Gabor 
Bethlen verbunden; indessen scheint es nach dem, was man 
aus Wien schreibt, dass die Ungarn Gabor verlassen und sich 
für neutral erklärt hätten, so dass er dadurch in grosse Gefahr 
gerathen wäre. Aus diesem Unfalle aber sei die Veranlassung 
eines Vertrages hervorgegangen, von dem man noch nichts Ge- 
wisses weiss. 
Diesem Kaiser, der sich niemals walfnet, muss der Himmel 
sehr günstig sein, denn in seinem grössten Unglück und wenn 
er schon zur Verzweiflung gebracht scheint, immer erscheint 
ihm irgend ein vDeus ex machinaw und erhebt ihn Wieder auf 
den Gipfel seines Glückes 1). Ich gestehe, dass ich ihn oft schon 
für einen ruinirten Fürsten erklärt habe, der sich mit seinem 
Eifer ins Verderben stürze. 
Ueber den Türken aber wundere ich mich, dass er zu sol- 
cher Zeit und bei so ungünstigen Verhältnissen im Innern seines 
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