Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389612
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ich wegen des geringen Verkehrs mit jenen Gegenden noch 
nicht bekommen können; doch werde ich mich in Antwerpen 
von Neuem bemühen, es aufzutreiben. 
Statt dessen schicke ich Ew. Herrl. ein anderes Buch in 
ilämischer Sprache und von den Patres Jesuiten sehr hochge- 
halten; ich vermuthe, dass es aus ihrer Ofiizin hervorgegangen 
sei. Die Briefe nach Köln sind ganz richtig besorgt worden 
Hier hat man die Nachricht von dem Frieden zwischen dem 
König und den Hugenotten nur ungern vernommen und man 
befürchtet einen allgemeinen Bruch zwischen Frankreich und 
Spanien. Das würde einen Brand geben, der sich nicht so leicht 
löschen liesse. Es wäre wahrlich besser, wenn jene Jünglinge, 
die jetzt die Welt regieren, ein freundliches und gutes Einver- 
standniss unter sich bewahrten, als dass sie die ganze Christen- 
heit ihrer Grillen wegen in Aufruhr bringen. Aber man muss 
glauben, dass es so vom Himmel bestimmt sei, und sich bei dem 
göttlichen Willen beruhigen. Indem ich hiermit schliesse, küsse 
ich Ew. Herrl. von ganzem Herzen die Hand und empfehle mich 
Ihrem Wohlwollen. 
Gachet Lettres p. 34 und 36.  Als die Bilder für die 
erste Gallerie des Luxembourg in Paris angelangt waren, erreg- 
ten sie die Zufriedenheit der Königin in so hohem Grade, dass 
sie dem anwesenden Künstler sogleich eine Reihe ähnlicher 
Darstellungen aus dem Leben ihres Gemahles, Heinrich IV., für 
eine zweite Gallerie desselben Palastes auftrug. Ob der Auftrag 
schon damals bis in alle Einzelheiten festgestellt worden sei, 
oder nicht, ist ganz gleichgültig; genug, die Arbeit war ihm durch 
das Wort der Königin zugesagt worden. Nun erfahrt Rubens 
durch den Gesandten von Flandern, dass die Arbeit an einen 
Italiener vergeben werden sollte. Es ist natürlich, dass ihn dies 
Gerücht sehr beunruhigt, und es ist ungerecht, dem Künstler 
auch daraus, wie dies der Graf De Laborde gethan hat, einen 
Vorwurf zu machen (a. a. O. p. 329  Im Gegentheil zeigt die 
gllthmüthige Art, mit der er die Falschheit dieses Gerüchtes lIl 
dem zweiten Briefe glaubhaft findet, ein Vertrauen, das defn 
Künstler nur zur Ehre gereichen kann. Aehnlich sind auch dle 
AßllSSf-Irllrigen in einem Briefe vom 26. Februar. "Aus meinem 
11'
        

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