Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389597
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Bedeutung aller Gegenstände unterrichtet zu sein. Denn es ist 
schwer, dieselben blos durch Vermuthungen und ohne Erläute- 
rungen von Seiten des Autors selbst richtig zu verstehen. Ich 
kann augenblicklich nicht äulf seinent Brief antworten, werde 
dies aber bei der ersten e egen 1e1 mit dem erössten Ver- 
gnügen thun und ihm dann andeuten, was er ausgelassen oder 
in einem andern Sinne aufgefasst hat. Es ist dies nur sehr 
Weniges, und ich muss mich wundern, dass er durch den 
blossen Anblick so tief in den Sinn der Bilder eingedrungen iStux 
(Gachet 162.) So sehr hatte sich im 17. Jahrhundert die Stel_ 
lung der Kunst verändert, dass der Künstler schon ein beson- 
deres Verständniss seines Werkes für sich in Anspruch nehmen 
konnte. Jener Vorwurf, den Rubens  wenn auch noch so 
leise  dem französischen Dichter macht, ist eigentlich nichts 
anderes, als ein Tadiel seiner eigenen Bilder, die in der That in 
den willkürlichen A legorien nur allzu gekünstelt und unver- 
ständlich sind. Vergl. tVaageifs Peter Paul Rubens in v. Raumefs 
histor. Taschenbuch, 1833, S. 204. 
RUBENS 
VALAVES. 
3.11 
Brüssel, 
12 
Februar 1626. 
Hochverehrter Herr! Ich bin- sehr über die Mittheilung 
Ew. Herr]. verwundert, dass der Herr Kardinal zwei Bilder von 
meiner Hand wünscht, indem dies nicht mit dem übereinstimmt, 
was mir der Herr Gesandte von Flandern schreibt, dass nämlich 
die Malereien in der zweiten Gallerie der Königin, gegen die 
Bestimmungen meines Kontraktes, an einen italienischen Maler 
verdungen seien. Allerdings sagt er selbst, er hatte es blos ge- 
hört und wisse es nicht gewiss. Man habe es ihm als ganz be- 
stimmt mitgetheilt, und er setzt voraus, dass es mit meiner Be- 
willigung geschehen sei. Wäre dies wirklich der Fall, so glaube 
ich, Würde es Ew. Herrl. auch erfahren und mir davon Nach- 
richt gegeben haben_ 
ustler-Ilriefe.
        

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