Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389560
158 
Von dem Herrn Abbe habe ich seit meiner Abreise von 
Paris noch keine Nachricht erhalten. Ew. Herrl. sage ich von 
ganzem Herzen meinen Dank für die Nachrichten, welche Sie 
mir geben und zwar namentlich von den englischen Angelegen- 
heiten, die am Schlusse dieses Lustrums wahrlich nicht dem 
verflossenen Zeitraume entsprechen. Das Heer, so furchtbar es 
auch sei, scheint die günstige Zeit zu versäumen um von grosser 
Wirkung sein zu können. Während meines Aufenthaltes in 
Dünkirchen sind zwanzig sehr schöne Schiffe zusammengebracht 
worden, sechszehn davon habe ich aus dem Hafen von Mardick 
auslaufen sehen, die übrigen sollten am Tage meiner Abreise 
auslaufen; und gegenüber diesem Hafen sah ich fortwährend eine 
Flotte von zweiunddreissig holländischen Schiffen aufgestellt, so 
dass sich sehr leicht irgend ein Kampf oder Zusammenstoss 
zwischen ihnen ereignen könnte. Im Uebrigen aber, glaube ich, 
werden wir uns blos auf der Defensive halten und keineswegs 
die Ersten sein, den Waffenstillstand zu brechen; wenn indess 
die englische Flotte einen Schritt zum Nachtheil des Königs 
von Spanien vorwärts thut, so kann mir Ew. Herrl. glauben, 
dass die Welt ein böses Spiel zu sehen bekommen wird. 
Hicmit schliesse ich gegen meinen eigenen Wunsch, in- 
dem ich meine Abreise nicht mehr aufschieben kann, küsse Ew. 
Herrl. von ganzem Herzen die Hand und ersuche Sie dasselbe 
in meinem Namen dem Herrn Ritter Del Pozzo zu thun. Der- 
selbe hat mich in der That in einem Grade verpflichtet, dass ich 
ihn nicht ohne ein Paar Zeilen von mir abreisen lassen sollte; 
wegen der Kürze der Zeit aber ist es mir nicht möglich, in 
diesem Augenblicke meine bisherige Nachlässigkeit wieder gut 
zu machen. Es soll, so Gott will, bei seiner glücklichen Rück- 
kehr nach Rom geschehen. Ihrem Bruder, dem Herrn Rath, 
empfehle ich mich ergebenst zu Gnaden und bleibe ihm wie 
EW. Herrl. von ganzem Herzen ergehen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.