Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389506
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DerMarchese Spinola reistheute oder morgen nach Maestricht 
ab; dort wird ein Waffenplatz errichtet, obschon er unter der 
Hand noch über den Waifenstillstand verhandelt. Anderes habe 
ich Ihnen für jetzt wegen der Kürze der Zeit nicht zu sagen, und 
küsse schliesslich Ew. Herrl. so wie Ihrem Bruder, dem Herrn 
VOII VHIaVöS, von ganzem Herzen die Hand, indem ich Ihnen von 
unserm Herrn Gott eine glückliche Reise erilehe. 
Der obige Brief, abgedruckt bei Emile Gachet: Lettres 
inedites de Pierre Paul Rubens publiees (Yapres ses autographes 
Bruxelles 1840 p. 8 ff. ist, wie alle nachfolgenden Briefe von 
Rubens, bei denen nicht das Gegentheil bemerkt wird, in ita- 
lienischer Sprache geschrieben und zeigt uns den Künstler in 
freundschaftlichem Verkehr mit einem der berühmtesten Be- 
schützer und Kenner der Wissenschaften und Künste im sieb- 
zehnten Jahrhundert. Es war dies Nicolas Claude Fabri de 
Peiresc, aus einer alten und angesehenen Familie der Provence 
herstammend und das Amt eines Parlamentsrathes zu Aix ver- 
Waltend; er stand als Freund und Gönner mit einer grossen 
Anzahl von Gelehrten und Künstlern seiner Zeit in Verbin- 
dung und hrieflichem Verkehr, so dass er gleichsam im Mittel- 
punkte aller wissenschaftlichen Bestrebungen stand. Bei sei- 
nem Tode fand man ungefähr 10,000 Briefe vor, von denen 
die meisten später zu Papillotten seiner Nichte dienen mussten. 
Die wenigen von diesem Schicksal geretteten Briefe werden 
gegenwärtig in der Bibliothek von Aix aufbewahrt. Beson- 
ders waren es Werke der alten Kunst, auf die er sein Augen- 
merk gerichtet hatte und zu deren Erwerbung er an vielen 
Orten Agenten und Emissäre hielt. S0" war er es, der zuerst 
die auf der Insel Paros gefundenen Skulpturen angekauft 
hatte, die dann später durch eine Verzögerung in die Hände 
des Grafen Arundel kamen. Diese Vorliebe für das klassische 
Alterthum, so wie die genaue Kenntniss desselben, wonach 
ihn Balzae geradezu als wein aus dem Schiffbruch des Alter- 
thums geretteter Ueberrest und eine Reliquie des goldenen 
Zeitaltersß bezeichnete, scheint ihn auch mit Rubens in nähere 
Berührung gebracht zu haben. Die Vermittelung dieser bis zum 
Tode von Peiresc (24. August 1637) mit gleicher Liebe von bei- 
den Seilen gepflegten Verbindung scheint durch Johann Caspar 
Gevaerljs stattgefunden Zll haben, der in Bßlgien eine ähnliche
        

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