Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389498
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Die Sekte der Rosenkreuzer ist in Amsterdam schon alt 
und ich erinnere mich, schon vor drei Jahren ein Buch gelesen 
zu haben, das von ihrer Gesellschaft herausgegeben worden ist 
und worin das Leben und der glorreiche Tod ihres ersten Stif- 
ters, so wie alle ihre Regeln und Statuten beschrieben waren. 
Mir kommt das Ganze wie eine Alchymie vor, indem sie vor- 
geben, den Stein der Weisen zu besitzen; in der Thai; aber ist es 
eine blosse Betrügerei. Die Studie des Herrn Goly 1) regt mir 
noch immer die Galle auf, so oft ich daran denke; möge es 
Herrn Fontane gut bekommen, da er den Muth gehabt hat, sie 
zu kaufen. Es wird mir lieb sein, mit der Zeit die Zeichnung 
des Spiegels zu bekommen, wenn sich eine Kopie davon in Rom 
bei dem Herrn Aleander befindet; was das Sistrum betrifft, so 
glaube ich, müsste es sich leichter finden. Der Herr Cobergen 
befindet sich Wegen seiner Angelegenheiten zu NVynokbergen 
in Flandern und wird sobald nicht wieder zurückkehren. Die 
Geschichte des Paolo Parente erscheint mir lächerlich ohne 
Gleichen. Hoc enim est insanire potius quam delirare. Möge er 
mit dem Zeuge in Frieden ziehen, wie auch der Chiaducque, 
obschon man sie wie ein Paar Ochsen an einen Wagen spannen 
könnte; mir thut es nur leid, dass Ew. Herrl. sich aus Liebe zu 
mir mit den schlechten Menschen so viel Mühe gegeben haben. 
In Bezug auf jene unedirten lateinischen Epigramme würde 
ich Ew. Herr]. gern zu Dienst gewesen sein, aber Herr Gevaerts 
ist abwesend von hier, indem er nach Brüssel gegangen ist, um 
seinem Patron, dem Herrn Kardinal Della Cueva die Hand zu 
küssen. Dieser ist nämlich im Begriff nach Rom zu gehen, 
wohin ihn die spanische Parthei gerufen hat, um noch diese 
Stimme mehr zu haben. Daraus kann man schliessen, dass sich 
dieses Conclave in die Länge ziehen-wird; denn jener reiset 
nicht mit der Post und glaubt doch noch zur rechten Zeit zu 
kommen, indem man mit dem Scrntinium zu keiner genü- 
genden Stimmen-Majorität gelangen kann. 
ms. 
l) Nach Gachet vielleicht der berühmte Orientalist J. Golius aus dem Haag-
        

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