Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389374
1.011 
commandeS et Sa Prodigiellse fecondite pour satisfaire aux 
demandes qui 111i ßffllliliellt des quatre coins du mond e. 
ll emane de cette correspondance une odeur de gms 50115 
fort nauseabonde  Man kann sich über die Inkonsequenz 
wundern, die in dem ersten T heil dieses Augsprughgs liegt, 
dass Rubens die Aufträge begierig aufgesucht habe, während sie 
ihm doch von allen vier Weltgegenden zugeströmt sein sollen, 
aber man kann dieselbe verzeihen; was dagegen den in den 
Schlussworten enthaltenen Vorwurf anbelangt, so kann man es 
nur bedauern, dass sich ein Mann, Wie der Graf De Laborde, 
durch einen falsch verstandenen Nationalstolz und eine unbe- 
gründete Partheilichkeit zu solchen Aeusserungen hat hin- 
reissen lassen, die ich Anstand nehme in der Uebersetzung wie-' 
derzugeben. Wie es übrigens möglich ist, dass ein Mann von 
Bildung aus dieser, an den feinsten Bemerkungen so reichen 
Korrespondenz nur den oben besagten ßodeurß herauszufinden 
im Stande ist, wird mir wenigstens stets ein Ilatlisel bleiben. Um 
aber auf die Sache selbst einzugehen, so ist zu bemerken, dass 
jenen V orwürfen aller Grund fehlt. Versuche von Seiten Bu- 
bens', Aufträge zu erhalten, kommen in der ganzen Korrespon- 
denz durchaus nicht vor; Aeusserungen über verzögerte Zahlung 
seines Honorars allerdings mehrmals. Man bedenke aber, dass 
dies vertrauliche Aeusserungen sind, die Rubens an Freunde 
L 
l) „On fera bien de relire les lettres du Poussin" fügt der Graf 
De Laborde an dieser Stelle hinzu, um durch diesen Vergleich Rubens 
noch! mihr herabzusetzen. las ist, IYÄIIIÜGSIIGÄIS gri-sägt, unweise, zu diesem 
Verg eic gerate Poussin her eizuzie en. c wi iesen trefflichen Künst- 
ler, dessen redlicher Charakter weiter unten ausführlich geschildert werden 
wird, hier keines Fehls zeihen._ Aber man darf doch nicht vergessen, dass 
die Zeitgenossen schon Poussin denselben Vorwurf gemacht haben, den 
man jetzt nach mehr als zwei Jahrhunderten gegen Rubens geltend zu 
machen sucht. Nach De Laliordes eigenem Zugestäindniss hal Dom Pierre 
de St. Romuald in einem gleichzeitigen Journal über Poussin geäussert, 
dass derselbe von Paris wieder nach Rom zurückgegangen sei, "voyant 
 ,      
quil ny faisait pas assez de lucre"; und wir werden ihn weiter unten 
sich leidenschaftlich beklagen seli_en,_ dass man die Benutzung des einst 
ihm zlugevyiesäenenll-Eauses in Paris einem Andern gestattet hatte, obschon 
er se hst in 0m e te und auch schwerlich je wieder nach Paris zurück- 
zukehren gedachte. lch will weder hieraus, noch aus den mehr als zehn- 
jahrigen Bemühungen um die Auszahlung seines Jahrgehaltes, für das er 
durchaus nichts mehr zu leisten hatte, dem französischen Künstler eine" 
Vorwurf machen. lch habe dies nur angeführt, um zu zeigen, wie wenig 
Eßreßhlfertigt es ist, Poussin auf Kosten von Rubens hervorheben zu wollen, 
ävelßjller letztere z. B. jener Klagen und Anklagen wegen des HäUSSS 
urc aus unfähig gewesen wäre. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.