Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389249
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gemalt, im Mönchskleide, aber unter der Gestalt eines Wolfes 
und schöne erbauliche Verse darunter hätten die Gründe dieses 
vWÖIfiSChBIW Aussehens angegeben. Das sei löblich und christ- 
lich! S0 hätte ein Mann das Bild eines Häretikers besessen. 
Dieser habe nämlich lange Zeit für einen tugendhaften und 
frommen Christen gegolten. Endlich habe die h. Inquisition das 
Gegentheil entdeckt und der Besitzer des Bildes sei in arge Ver- 
legenheit gekommen, da dasselbe gut gemalt gewesen sei, und 
er sich dessen nicht habe berauben wollen. Da sei er auf den 
guten Einfall gekommen, einen Teufel hinzu malen zu lassen, der 
dem Häretiker seine verderblichen Lehren ins Ohr flüsterte. 
Nun sei es ein gutes Werk gewesen, das Bild zu behalten!  In 
letzter Konsequenz kommt endlich der Verfasser dazu, dass 
auch komische und lächerliche Bilder (ridicole) nicht gestattet 
seien. Mit Weinen komme der Mensch auf die WVelt, mit Wei- 
nen gehe er von dannen  dazwischen dürfe Scherz und Lachen 
keinen Platz finden!  Man sieht die Ideen, die einst dem armen 
Ammanati, dem ersten J esuitenfreund unter den Künstlern, seine 
letzten Lebensjahre verbittert haben (Künstlerbriefe l. 467) sind 
zu voller Blüthe gelangt. Das Buch ist sehr lehrreich für die 
Kunstgeschichte, und zwar nicht blos für die des siebzehnten 
Jahrhunderts. 
Gtmncmo 
an 
Bologna, 
1652. 
August 
Von Signor D. Claudio habe ich diesen Morgen Ihren Brief 
erhalten, und daraus ersehen, dass jene Dame, von der Sie mir 
schrieben, das Bild mit dem h. Franciscus zu haben wünscht. 
Ew. Herrl. weiss schon, wie weit dasselbe vorgerückt ist, so dass 
nichts Anderes mehr nöthig ist, als dasselbe abholen zu lassen, 
wobei ich bitte, dass diejenigen welche es abholen ein Tuch 
mitbringen, um es damit zuzudecken. Inzwischen ersuche ich 
Ew_ Herrl. um die Gunst, in meinem Namen der Besitzerin des 
Bildes meine Verehrung zu bezeigen, und Sie zu versichern, 
dass ich bei jeder Gelegenheit ihren Befehlen gern nachkommen
        

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