Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389180
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dafür, indem ich Ihnen wegen der Mühe, der Sie sich meinet- 
wegen unterzogen haben, ganz besonders verpflichtet bleibe. 
Die Nachricht von dem Tode des sehr ehrwürdigen Herrn Ka- 
puziners, des Bruders von Ew. Hcrrl., habe ich mit grosser 
Betrübniss vernommen. Aber gegen den Tod giebt es keine 
Hülfe; man muss sich daher in den Willen Gottes fügen und 
mit Ergebenheit tragen, was er über uns verhängt! 
Was das Bild für den Herrn Doktor Torri anbelangt, so kann 
ich nur wiederholt meine Geneigtheit versichern, Ew. Herr]. 
Befehle entgegenzunehmen, und obschon ich mehr als je ver- 
schiedenen Personen in Bezug auf übernommene Aufträge 
verpflichtet bin, so unterziehe ich mich nichtsdestoweniger aus 
Liebe zu Ihnen der Verpflichtung, besagtes Bild in der mir 
angegebenen Zeit zu malen, und da mir die Zahl der Figuren 
in der Darstellung des Verlöbnisses der heiligsten Jungfrau mit 
dem heiligen Joseph selbst überlassen bleibt, so will ich mich 
auch mit den 600 Scudi Bologneser Münze zufrieden erklären; 
mit der Bemerkung jedoch, dass die Ausgabe für den zu verwen- 
denden Ultramarin-Azur dem Besteller des Bildes zur Last fällt. 
WVas die Zahlungsfristen anbetrifft, so genügen mir 100 Scudi 
als Angeld; das Uebrige kann bezahlt werden, wenn das Bild 
fertig ist. Das ist es, was ich auf den Brief E_w. Herr]. zu ant- 
worten habe, und damit küsse ich Ihnen in aller Liebe die 
Hand, wie auch mein Bruder thut. 
Der Brief ist abgedruckt bei Carlo Morbio Lettere sto- 
riche ed artistiche. Milano 1840, p. 70 ff. Derselbe trägt keine 
Adresse, scheint indess an einen Herrn Cesare Cavazzi gerichtet 
zu sein, welcher von dem Dr. Torri beauftragt war, das Geschäft 
mit Guercino abzuschliessen. Aus einem kurz darauf geschrie- 
benen Briefe Guercinds vom 17. Oktober an den Dr. Torri selbst 
geht hervor, dass er ihm statt eines Sposalizio eine Grablegung 
Christi gemalt habe, nquanclo Cristo gia spiccato di croce fü 
posto nel sepolcroß. 
Dieses Bild ist nach der gleichzeitigen Uebersicht der Werke 
Guercinds (bei Malvasia) im Jahre 1640 vollendet worden. Es 
stellte eine Pietä, Maria mit dem Leichnam Christi dar, nebst
        

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