Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389172
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erst in Cento, dann in Bologna. Durch rastlose 'l'hatigkeit ge- 
wann er grosse Schätze, die er gut anzuwenden wusste, Er be- 
gründete das Glück Seiner ganzen Familie, Nichten stattete er 
zur Heirath aus, Andere dotirte er in Klöstern. Dabei baute er 
Kapellen und Landhäuser, obschon er selbst an einfaches Leben 
gewöhnt war. Stets bereit mit liath und That zu helfen, wurde 
er von Allen geliebt. Die Armen verehrten ihn; wenn er aus- 
ging, umriugten sie ihn wie einen Vater. Seine Person belan- 
gend, sagt Sandrart, so war er sittsam und von guten Gebehrdem 
Im Umgang war er heiter und angenehm; nicht durch Form der 
Rede glänzte er, aber er bezauberte durch den milden Sinn, der 
sich in allen seinen Aeusserungen kund gab. Auch in künstleri- 
schen Dingen hörte man ihn fast nur Lob aussprechen; musste 
er tadeln, so geschah es stets mit Maass und Schonung. In sei- 
nem sittlichen Verhalten wurde er stets als Muster von Reinheit 
und Keuschheit betrachtet. In Allem war er still und beschei- 
den; persönliches Lob beäilgstigte ihn und machte ihn befangen. 
Am liebsten war er im eigenen Hause, im Kreise seiner Familie. 
Er ergötzte sich wohl  und auch dies ist recht bezeichnend für 
ihn  an den Spässen eines Lieblings-Aeifchens, das ihn weder 
bei Tag noch bei Nacht verliess und dessen Tod ihn in grosse 
Bekümmerniss versetzte. Gesund und kräftig von Natur blieb 
er frisch und blühend bis zum Ende seines Lebens, das er bis 
auf fast achtzig Jahre gebracht. Er lebte als ein Weiser, sagte 
ein Freund von ihm, und starb als ein Heiliger, den Tod mit 
Freuden erwartend (Erläuterungen zu Nr. 33). Für die Milde 
und Güte seines Wesens kann wohl kaum ein besserer Beweis 
angeführt Werden, als dass  in einer Zeit ununterbrochener 
Künstlerfeindschaften  nie etwas Schlechtes von ihm gesagt, 
nie auch nur der leiseste Vorwurf gegen ihn ausgesprochen 
worden ist.  
Gumncmo 
311 
[CESARE CAvAzzL] 
Cento, 
September 1637- 
Ew. Herr]. Schicke ich hiermit eine Dublone als Ersatz 
derjenigen, welche Sie für den mir übersandten Geleitsbrief 
ausgelegt haben. Ich sage Ihnen meinen unbegränztßn Dank
        

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