Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1389100
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ersteigern hatte  und das Werk an und für sich ist sehr gross 
und mühseligl).  
Bei dem Processe zweifele ich gar nicht, dass ich gewinnen 
würde; aber ich würde mich vorher dabei zu Grunde richten und 
somit würde doch die Autorität Sr. Eminenz erforderlich sein, 
und dass er so gut wäre, noch ein Billet zu schreiben, weil der 
Herr Kardinal selbst von ihnen die Antwort erhalten hat, sie 
würden mich innerhalb vierzehn Tage vollständig befriedigt 
haben; und nun, da acht Monate darüber vergangen sind, ver- 
weigern sie nicht nur mein Geld , sondern bemühen sich über- 
dies noch mit aller Macht mir meinen guten Namen zu rauben, 
mit verschiedenen falschen Erdichtungen, wie ich dem erl. Mon- 
signore Panzirolo durch Vermittelung des Prokurators schon 
mitgetheilt habe. 
Ich ersuche Ew. Herrl. inständigst um diese Gunst, die für 
mich aus mehrfachen Gründen eine sehr grosse ist, und wofür 
Sie von dem gebenedeiten Gott, da es eine sehr gerechte Sache 
ist, Ihren Lohn erhalten werden. Und indem ich Sie hiermit 
noch einmal um Entschuldigung wegen dieser Belästigung bitte, 
versichere ich Sie meiner ehrerbietigsten Ergebenheit. 
Bottari I. 313. Das im Anfang des Briefes erwähnte Ge- 
schenk an Carlo ist das Bild des Vesuvs, dessen damaliger Aus- 
bruch vielen Schaden anrichtete und von Lanfranco in einem 
Briefe vom 23. August 1639 sehr lebhaft geschildert wird (Bott. 
l. p. 308). ln demselben Brief wird auch schon die Streitigkeit 
mit den Mönchen von S. Martino erwähnt. Er bedauert darin, 
dass Carlo die Malerei nicht gesehen, und hofft, sie würde 
ihm gefallen haben. Er verweist ihn deshalb an den Kardinal 
l) „Jene Malerei ist ohne Zweifel die mühseligste und gewiss nicht 
die schlechteste von allen, die ich je gemacht habe. Denn auf einer 
grossen Wand ist der Kalvarienberg mit unserm Herrn gemalt, und die 
Sehächer mit den Volkshaufen und den Schergen, die bei dieser Gele- 
genheit beschäftigt sind, zusammt mit den Marien und vielen Personen, 
die dem grossen Schauspiel zusehen. Und dann an der Decke und den Sei- 
tenwänden vielerlei verschiedene Geschichten". (Brief v. 30. Aug. 11.312)
        

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