Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388991
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von seinem Beichtiger, verfasst worden zu sein, und hat nur die 
Unterschrift von des Künstlers eigener Hand.  Das nheilige 
Hausü 151; die tSanta Casaa zu Loreto, in dessen Nähe Qsimg 
liegt. Das Bild, dessen Preis Gualandi mit Recht dürftig nennt, 
ist seit 1828 im Besitz des Herrn Park, und von diesem mit nach 
England genommen. 
GIOVANNI 
LANFRANCO. 
Giovanni Lanfranco ist im Jahre 1580 oder 1581 in Parma 
geboren und war vom Vater schon früh für die wissenschaftliche 
Laufbahn bestimmt. Um Weltbildung zu erlangen, trat er als 
Page in den Dienst des Marchese Scotti. Er legte dort in der 
That einen guten Grund zu weltmannischer Bildung. Aber auch 
seine Anlage zur Malerei wurde von dem Marchese erkannt und 
befördert. Er wurde zu Agostino Caracci, der damals in Parma 
arbeitete, in die Lehre gegeben und hier traten sehr bald die 
ungemeine Schnelligkeit und Leichtigkeit hervor, welche, nicht 
zum Vortheil derselben, auch den Charakter seiner späteren 
künstlerischen Produktionen ausmachen. tIn diesem Künstlern, 
sagt Kugler, Geschichte der Malerei II. 372, vzeigt sich wie- 
derum der Rückschritt zu einem bloss handwerksmässigem 
Streben, durch Geschicklichkeit und leichte Mittel Wirkung 
und Aufsehen zu machen, was ihm allerdings oft in schlagender 
Weise gelingt. Sehroffe Gegensätze von Hell und Dunkel, Grup- 
pirung nach Schullehren, aber nicht wie die darzustellende 
Handlung solche erfordert, Verkürzungen ohne Noth, bloss um 
ein Zeichnungskunststück zu machen, Gesichter, die bei aller 
Spannung nichts ausdrücken  dies Alles bezeichnet das Ele- 
ment in seiner Kunst. a Den Anstoss und die Grundlage seiner 
Bildung hat er allerdings von den Caracci erhalten. Nach der 
obigen, dem ihm befreundeten Passeri entlehnten, Ansicht, war 
er Schüler Agostinds, nach Andern Lodovicds; wiederum nach 
Andern Annibale's, dessen Arbeiten in Rom ihn ebenfalls dort- 
hin zogen. Jene Leichtigkeit zu arbeiten, die früher schon 
Agostino Caracci und seinen Gönner, den Marchese Scotti, in 
Erstaunen gesetzt hatte, wurde nun vorzugsweise von ihm alls- 
gebildet. Ohne den ernsten Gehalt der Caracci zu besitzen, Wusste 
er sich seines Talentes zu raschem Fortkommen sehr wohl 111 be- 
dienen. Aeussere Umstände, seine Lust an prächtigem Leben, diß
        

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